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Wirtschaft im Norden Zufrieden mit der Arbeitszeit?
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20:15 14.01.2017

Wie bewerten die Mitarbeiter in der Metallindustrie Überstunden, Schichtarbeit und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie? Die IG Metall startet an diesem Montag eine große Befragung der Beschäftigten zu den Themen Arbeitszeit und Arbeitszufriedenheit. Damit sollen Wünsche der Mitarbeiter aufgegriffen und erfasst werden, um sie dann mit politischen Parteien diskutieren zu können. „Da kann jeder mitreden. Wir erhoffen uns von den Antworten auch Hausaufgaben für unsere Arbeit in der IG Metall“, sagt Daniel Friedrich, Vorsitzender für die Region Lübeck-Wismar, wo knapp 15000 Beschäftigte in 56 Betrieben aufgerufen sind. Im ganzen Bundesgebiet sind es 2,2 Millionen Metaller in 13700 Unternehmen.

Daniel Friedrich, IG Metall.

„Das Besondere: Wenn mehr als 100 Mitarbeiter eines Betriebes den Fragebogen ausfüllen, können wir auch ein spezielles Bild von der Situation im Unternehmen erhalten und gegebenenfalls über eigene Lösungen verhandeln“, sagt Stefan Schaumburg, Leiter des Bereichs Tarifpolitik beim IG-Metall- Vorstand. Die IG Metall erhoffe sich durch die Aktion vor allem Aufschluss über zwei große Themen:

Erstens über die Einstellung zu Schichtarbeit, die vor allem ältere Arbeitnehmer belaste, anderseits über familiäre Pflege, Kindererziehung und Bildung – alles Themen, bei denen Arbeitnehmer in bestimmten Lebenssituationen ihre Arbeitszeit flexibel gestalten wollten.

„Die Mehrbelastung durch Schichtarbeit ist klar zu belegen“, sagt Friedrich. Durch die gezahlten Zuschläge sei Schichtarbeit oftmals zwar lukrativ, aber die gesundheitliche und soziale Belastung sei enorm. Bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gebe es vereinzelt schon Regelungen in Betrieben, etwa im Zukunftstarifvertrag mit der Firma Dräger.

Bis Ende Februar sollen die anonymen Fragebögen ausgefüllt zurückgegeben werden, Anfang Mai liegt dann das Ergebnis vor. „Je mehr Mitarbeiter mitmachen, desto aussagekräftiger wird die Umfrage natürlich“, sagt Friedrich. Bei der letzten Umfrage im Jahr 2013 nahmen etwa eine halbe Million Beschäftigte teil, 50 Prozent kamen allein aus den Ländern Bayern und Baden- Württemberg. Diesmal erhoffe man sich auch im Norden eine höhere Teilnehmerzahl.

Am 11. Mai will die IG Metall mit Betriebsräten aus der Region in Lübeck über die Ergebnisse beraten und Forderungen formulieren. Bundesweit sollen die Ergebnisse der Umfrage auch zur Diskussion über die Wahlprogramme der politischen Parteien vor der anstehenden Bundestagswahl dienen.

Die Teilnahme an der Umfrage dient auch einem guten Zweck. Für jeden ausgefüllten Bogen spendet die IG Metall einen Euro für ein soziales Projekt in der Region. cri

LN

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