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Zukunftsatlas: Im Norden ist der Kreis Stormarn spitze

Frankfurt/Kiel Zukunftsatlas: Im Norden ist der Kreis Stormarn spitze

Wirtschaftlich hinkt der Norden weiter dem Süden hinterher. Das besagt eine neue Studie.

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Quelle: Rudolf

Frankfurt/Kiel. Bei der Wirtschaftskraft kann der Norden mit dem boomenden Süden weiter nicht mithalten. In dem gestern veröffentlichten „Prognos Zukunftsatlas 2016“

 

LN-Bild

schneiden die Kreise und kreisfreien Städte Schleswig-Holsteins bescheiden ab. Die größten Zukunftschancen bescheinigt das Forschungsinstitut dem Landkreis München, der Stadt München und der Stadt Ingolstadt. In solchen Regionen konzentrieren sich starke Industrieunternehmen und Dienstleistungen. Spitze im Norden ist Stormarn auf Platz 75 – bei insgesamt 402 Kreisen und kreisfreien Städten.

Stormarn am Hamburger Rand konnte sich gegenüber 2013 erneut verbessern, berichtet Projektleiter Peter Kaiser von Prognos. So sei die Arbeitslosigkeit weiter gesunken, die Kaufkraftkennziffer hoch, die kommunalen Schulden pro Einwohner relativ gering, der Zuzug mit 1,5 Prozent eher hoch. „Das Hamburger Umland profitiert“, sagt Kaiser. Denn auch das Herzogtum Lauenburg und der Kreis Segeberg konnten sich im Ranking verbessern. Positiv sieht es auch für Flensburg aus. Die Stadt landete im Ranking der Aufsteiger auf Platz 5. Dagegen rutschte Dithmarschen seit 2013 um 82 Plätze auf Rang 327 ab. Die weiteren Platzierungen: Segeberg (138), Kiel (174), Pinneberg (180), Rendsburg-Eckernförde (192), Herzogtum Lauenburg (203), Nordfriesland (271), Steinburg (277), Schleswig-Flensburg (293), Ostholstein (306), Plön (322), Lübeck (329), Neumünster (356).

Negativ für Lübeck sei natürlich die hohe Verschuldung, aber auch die Arbeitslosenquote, erklärt Can Özren, Sprecher der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck. „Positiv sehen wir aber den Anstieg der Zahl der Bewohner. Man spürt eine steigende Attraktivität und eine gewisse Dynamik“, meint Özren. Dieser Prozess müsse beschleunigt werden. Nach Erhebungen von Prognos ist die Innovationskraft (auch gemessen am Forschungs- und Entwicklungspersonal in der Wirtschaft) im Norden insgesamt zu gering. „Von den westdeutschen Ländern ist Schleswig-Holstein das Schlusslicht“, sagt Kaiser.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) betonte, dass ein Land mit über 120000 kleinen und mittelständischen Betrieben nicht vergleichbar sei mit Ländern wie Bayern oder Baden-Württemberg, die über gewachsene Großindustrie-Strukturen mit riesigen Entwicklungsabteilungen verfügen. „Darum liegen wir bei der Innovationskraft deutlich hinter diesen Ländern“, so Meyer.

Derzeit werde aber eine Digitalisierungsstrategie erarbeitet. Zugleich seien bereits mit einer Technologie-Offensive und dem Bündnis für Industrie erforderliche Weichenstellungen vorgenommen worden.

Mit den Erneuerbaren Energien und Life-Science seien wichtige Zukunftsthemen besetzt.

Seit der Erstauflage des „Zukunftsatlas“ im Jahr 2004 sind die Oberbayern nicht zu schlagen. Der Graben zwischen reichen Regionen sowie armen Gegenden im Osten, Norden und Westen ist weiterhin tief.

„Die Schere schließt sich nicht. Tendenziell schwächere Regionen haben nicht aufgeholt“, sagt der Projektleiter. Für die Studie werden 29 Indikatoren zur Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft, zur Konjunktur- und Arbeitsmarktlage sowie zur demografischen Situation und zur sozialen Lage berücksichtigt.  jup

LN

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