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Zurück in die Zukunft: Borgward baut wieder in Bremen

Bremen Zurück in die Zukunft: Borgward baut wieder in Bremen

55 Jahre nach der Insolvenz will Borgward an seinem Heimatort wieder Autos bauen. Elektroautos. Ein Schritt mit großen Gefühlen.

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Bremen. Die Rückkehr des Autobauers weckt in der Hansestadt Emotionen. „Das war ja eine tote Marke, und es ist schon ein riesiger Unterschied, dass Borgward jetzt wirklich wieder produziert. Das ist großartig“, sagt Marion Kayser, Vize-Vorsitzende des BorgwardClubs Bremen.

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55 Jahre nach der Insolvenz will Borgward an seinem Heimatort wieder Autos bauen. Elektroautos. Ein Schritt mit großen Gefühlen.

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Borgward gehörte einst zu den bekanntesten Autoherstellern Deutschlands und ging 1961 pleite. Im heutigen Daimler-Werk in Bremen-Sebaldsbrück rollten bis Anfang der 1960er Jahre jährlich bis zu 100 000 Fahrzeuge vom Band. Borgwards Enkel Christian belebte die Marke 2015 wieder, er ist heute Aufsichtsratschef der Borgward Group (Stuttgart). Bei einer Pressekonferenz ließ er wissen: „Ich kann Ihnen kaum beschreiben, wie überwältigt ich in diesem Augenblick bin.“ Zehn Jahre habe man an der Wiedergeburt von Borgward gearbeitet. „Jetzt ist diese Vision Wirklichkeit geworden. Wir sind nach wie vor der festen Überzeugung, dass Borgward eine zweite Chance verdient hat.“

Hauptaktionär ist der chinesische Lastwagenbauer Foton. Mittelfristig will Borgward mehr als eine halbe Million Autos jährlich absetzen. 2017 sollen die Geländewagen in der Elektrovariante in Europa angeboten werden – bald auch mit dem Label „made in Germany“. Künftig könnten laut „Weser-Kurier“ in Bremen jährlich bis zu 10 000 Borgward-Fahrzeuge gefertigt werden, die rein elektrisch fahren. Als Standort werde Bremerhaven favorisiert, wo ein Werk auf einer Fläche von 10 000 Quadratmetern entstehen solle.

Laut Radio Bremen könnten die fertigen Fahrzeugteile aus China zum Werk verschifft und dort zusammengebaut werden – „Completely Knocked Down“ (CKD) nennt man eine solche Produktion. Üblicherweise umgehen Autohersteller mit der CKD-Produktion hohe Einfuhrzölle.

Im Fall von Borgward hat die Strategie wohl andere Gründe. Zwar sind die Transportkosten für Autoteile vergleichsweise niedrig, erklärt Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft der Hochschule für Wirtschaft in Nürtingen-Geislingen. Schwerer dürfte indes wiegen, dass sich ein in China gebautes Auto schlechter verkaufen könnte. „Die Idee an sich ist schon außergewöhnlich“, meint Diez. Die GM-Tochter Opel und Ford unterhalten zwar noch ihre jahrzehntealten Standorte. Doch kein anderer ausländischer Hersteller denkt daran, ausgerechnet im Hochlohnland Deutschland Autos aus Einzelteilen wieder zusammenbauen zu lassen. „Das Image ,made in Germany’ wird Borgward helfen“, sagt dagegen Peter Fuß, Autoexperte bei der Unternehmensberatung Ernst & Young. „Aus Kostengründen wird keine Produktion in Deutschland angesiedelt. Da schlägt das Markenargument das Kostenargument.“

Es entsteht kein ganzes Werk mit tausenden Beschäftigten. Bei einer angepeilten Produktionsmenge von 10 000 Fahrzeugen dürften Experten zufolge aber zumindest um die 200 Menschen dort Arbeit finden.

Bei der Autoproduktion kann Bremen bereits mit einem Superlativ aufwarten. Dort, wo früher Borgward-Autos mit dem Rauten-Emblem entstanden, werden heute Daimler-Pkw gebaut – im Mercedes-Benz-Werk in Sebaldsbrück. Mit knapp 13 000 Beschäftigten ist Mercedes heute größter privater Arbeitgeber der Region – wie vor Jahrzehnten Borgward.

Aufstieg und Fall

Die Borgward-Gruppe aus Bremen war in den 50er- und 60er-Jahren eine der schillerndsten Automarken im Nachkriegsdeutschland. Qualitätsprobleme, Rückgänge beim Export und finanzielle Engpässe trieben den Autobauer 1960 jedoch in die Krise. Der Konzern schrieb rote Zahlen und benötigte Kredite. Eine zunächst versprochene Bürgschaft zog der Bremer Senat urplötzlich zurück. Rund 17000 Arbeitnehmern der Firma musste gekündigt werden. Carl F. W. Borgward, der geniale Konstrukteur, überlebte seine Firma nur knapp.

LN

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