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Wirtschaft im Norden Zwangsenteignet — zwangsgerettet
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Zwangsenteignet — zwangsgerettet
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18:22 09.11.2013

Die Denkfabrik des Internationalen Währungsfonds hat es wirklich drauf. Um das Schuldenproblem Europas zu lösen, schlägt man einen Raubzug bei den Guthaben vor. Zehn Prozent auf alles. So weit die Kurzform. Danke, IWF! So habe ich Zeit, meine Guthaben in Sicherheit zu bringen. Worte von heute sind oft Taten von morgen, auch wenn es nur Gedankenspiele sind. Niemand hat die Absicht . . .

keine Mauer, kein Geld für Griechenland, kein Rettungsschirm, schon gar nicht ewig, keine Bankenrettung, keine höheren Steuern. Die Anlässe sorgen später für entsprechende Notwendigkeiten. Ob das vorher auch angekündigt wird?

Wozu die Aufregung? Ob man das plötzlich abbucht oder einem heimlich durch Inflation aus der Tasche zieht ist unerheblich — Letzteres fällt nicht so auf und niemand schreit. Dieser Diebstahl findet längst statt. Langsam wirkendes Gift ist angenehmer als eine Überdosis. Wie ich schon schrieb: Die Schulden der einen sind die Guthaben der anderen. Es kommt auf die Seite an, auf der man steht. Und nun?

Kurz vor Weihnachten tarne ich meinen privaten Bank-Run als Kaufrausch und schlage zu. Nicht dass ich damit die Wirtschaft ankurbeln möchte, nein, ich tausche mein „Geld“ in für später nützliche Dinge — zum Beispiel schon wieder etwas Gold. Ein Gramm kostete vor zwei Jahren noch 43 Euro, heute sind es 31. Oder etwas Silber, bevor die Mehrwertsteuer auf Münzen von sieben auf 19 Prozent steigt. Warum ich das mache? Ich bringe meine nicht in den Konsum verschossenen und so gesparten Euronen in Sicherheit. Ein paar Flaschen Wein gibt's auch noch. Da bekomme ich sogar noch 12 Prozent obendrauf.

• Weitere Analysen von Frank Meyer

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www.LN-online.de/frank_meyer

LN

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