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Air Berlin soll bis zu 350 Millionen Euro bringen

Sorge vor «Grounding» Air Berlin soll bis zu 350 Millionen Euro bringen

Noch sind beim Bieterrennen um die lukrativen Teile von Air Berlin nicht alle Probleme ausgeräumt. Für Beschäftigte und Passagiere bleiben Unsicherheiten. Für den Steuerzahler gibt es hingegen gute Nachrichten.

Der Ferienflieger Niki, der die Touristikstrecken von Air Berlin betreibt, zählt im Bieterwettstreit zu den begehrten Unternehmensteilen.

Quelle: Helmut Fohringer

Berlin/Hamburg. Der Verkauf der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin bringt wohl genug Geld in die Kasse, um den staatlichen Überbrückungskredit von 150 Millionen Euro zurückzuzahlen.

Wie die „Bild“-Zeitung und die Berliner „B.Z.“ berichteten, geht der Gläubigerausschuss von Gesamteinnahmen zwischen 250 und 350 Millionen Euro aus. Damit solle der Kredit zurückgezahlt werden, den die Bundesregierung bereitgestellt hatte, um Air Berlin während der Verkaufsverhandlungen in der Luft zu halten.

Details zur Zerschlagung von Air Berlin und zum Verkauf der Einzelteile an verschiedene Bieter sollen am Montag bekanntgegeben werden. Wie die „Rheinische Post“ berichtete, müsse noch ein Streit zwischen Lufthansa und Easyjet um besonders begehrte Flugrechte in Düsseldorf beigelegt werden.

Im Umfeld des Gläubigerausschusses heiße es, der britische Billigflieger wolle nicht nur seine Präsenz in Berlin erhöhen, sondern auch in der NRW-Landeshauptstadt relativ viele Start- und Landerechte übernehmen. Lufthansa wolle aber nicht auf alle diese Routen verzichten. Es gehe um wichtige Strecken etwa nach München oder Hamburg.

Bei den Verhandlungen über eine Aufteilung der insolventen Fluglinie ist aus Sicht eines Branchenexperten ein zügiger Abschluss notwendig. „Ein „Grounding“ ist noch nicht vom Tisch“, sagte Gerald Wissel von der Beratungsgesellschaft Airborne in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur. Bei einem „Grounding“ würden alle Flugzeuge am Boden bleiben, etwa wenn Air Berlin das Geld ausgeht. Dies hätte massive Auswirkungen für Passagiere.

Wissel sagte, es komme sehr darauf an, wie zügig die Verhandlungen abgeschlossen werden. „Die Frage ist, wie lange das Geld noch ausreicht.“ Der beste Fall wäre, wenn die Verhandlungen im Oktober abgeschlossen werden. „Der schlechteste Fall wäre, wenn sich die Verhandlungen ziehen und hinschleppen, auch durch Klagen von unterlegenen Bewerbern oder Gewerkschaften. Dann besteht die Gefahr, dass das Geld ausgeht, die Betriebsgenehmigung erlöscht, die Slots in die Koordination gehen und damit die Karten neu gemischt werden.“

Air Berlin hatte in der Nacht zu Freitag angekündigt, einen Verkauf an Lufthansa und Easyjet anzustreben. Die Verhandlungen sollen noch bis zum 12. Oktober dauern. Die Gewerkschaften dringen darauf, dass die neuen Eigentümer auch die Beschäftigten übernehmen. Laut „Bild“ und „B.Z.“ sind am Montag in Berlin und am Dienstag in Düsseldorf Betriebsversammlungen geplant. Der Verkauf von Air Berlin-Technik, die für die Wartung der Maschinen zuständig ist, werde erst später über die Bühne gehen. Die Angebotsfrist ende am 6. Oktober. Hier könnte die Berliner Logistikfirma Zeitfracht den Zuschlag bekommen.

Wissel sagte, er sehe auch die British-Airways- und Iberia-Mutter IAG (International Airlines Group) nach wie vor im Rennen. IAG sowie auch Condor und der Niki-Gründer Niki Lauda hätten seriöse und gute Konzepte eingereicht. „Die werden sich nicht so leicht abspeisen lassen.“

Mit Blick auf die Flugbuchungen bei Air Berlin betonte der Branchenexperte: „Alle Flugverbindungen, die heute bei Air Berlin für die kommenden Wochen gebucht werden, sind risikobehaftet. Es kann zu Umbuchungen und Stornierungen kommen. Das gilt für Kurz-, Mittel- und Langstrecken.“

dpa

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