Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Rest der Welt Airbus baut A320-Produktion in China aus
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Airbus baut A320-Produktion in China aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:42 09.01.2018
Montage eines A320 im chinesischen Airbus-Werk in Tianjin. Quelle: Rolex Dela Pena
Peking/Paris

Airbus stellt künftig mehr Mittelstreckenjets in China her und zeigt damit auf seinem wichtigen Absatzmarkt Flagge. Statt der bisherigen vier Maschinen sollen von Anfang 2019 an monatlich fünf neue Flugzeuge der A320-Reihe das Werk im chinesischen Tianjin verlassen.

Ab Anfang 2020 sollen es dann sechs Maschinen pro Monat sein, teilte der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern in Toulouse mit.

Der Chef der Verkehrsflugzeug-Sparte, Fabrice Brégier, war mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zum Staatsbesuch nach China gereist. Zuvor waren in Medien Hoffnungen auf neue Flugzeugaufträge geschürt worden, die aber sich zunächst nicht erfüllten. Macron sprach bei einer Pressekonferenz in Peking mit Blick auf den Luftfahrtsektor allgemein von einer „Bestätigung von Mengen“, ging dabei aber nicht ins Detail.

Die A320-Reihe und die modernisierte Version A320neo sind die absatzstärkste Modellfamilie von Airbus. Weltweit will der Hersteller die Produktion der Jets wegen der starken Nachfrage bis Mitte 2019 auf 60 Maschinen pro Monat hochfahren. Der Flugzeugbauer stellt die A320-Flieger in seinen Fabriken in Toulouse, Hamburg, Tianjin und in Mobile in den USA her.

Die Chinesen sind in dieser Flugzeugklasse auch mit einem eigenen Jet am Start, dem Modell C919, das im Mai 2017 seinen Erstflug hatte. Bis China auf Augenhöhe mit den Wettbewerbern fliegen kann, ist es nach Ansicht von Luftfahrtexperten aber noch ein weiter Weg.

Im Beisein von Macron und seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping wurde eine Absichtserklärung über eine verstärkte industrielle Zusammenarbeit in Tianjin unterschrieben, wie Airbus mitteilte.

Vor dem Macron-Besuch in Peking hatte es hohe Erwartungen gegeben. Die Tageszeitung „Le Figaro“ schrieb unter Berufung auf eine ungenannte Airbus-Quelle, dass es eine Bestellung für 50 bis 100 Flugzeuge geben könnte.

Zuvor hatten Bloomberg und die „Financial Times“ berichtet, dass Airbus China auch an der Produktion des weltgrößten Passagierjets A380 beteiligen wolle. Im Gegenzug solle China eine größere Zahl A380 ordern. Der Flieger verkaufte sich in den vergangenen Jahren kaum noch. Bloomberg zitierte einen französischen Politiker aus dem Umfeld des Präsidenten mit der Aussage, der A380-Deal mit China sei noch nicht unterschriftsreif.

Erst im vergangenen Juli hatten Airbus und die China Aviation Supplies Holding Company (CAS) in Berlin einen Rahmenvertrag für die Lieferung von 140 Flugzeugen nach China in den nächsten Jahren abgeschlossen. Dieser Vertrag hat einen Umfang von 22,8 Milliarden Dollar (rund 19,1 Milliarden Euro). Airbus liefert rund ein Viertel seiner Verkehrflugzeuge nach China aus.

Im September vergangenen Jahres hatte Airbus hat sein neues Auslieferungszentrum in Tianjin eröffnet. In dem Werk mit der Endmontage der A320 werden seitdem auch A330 lackiert, ausgestattet, getestet und ausgeliefert.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der in den USA verurteilte frühere VW-Manager Oliver Schmidt wehrt sich gegen seine fristlose Kündigung. „Die Klage liegt beim Arbeitsgericht Braunschweig vor“, sagte eine Gerichtssprecherin am Dienstag. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

09.01.2018

Im Dezember hatte die Beate Uhse AG Insolvenz angemeldet. Am Dienstag meldete die Erotikkette, einen Investor gefunden zu haben. Der Geldgeber Robus Capital zahlt dem Unternehmen ein Darlehen von 2,7 Millionen Euro. Die Finanzspritze kommt dem im Weihnachtsgeschäft stark gesunkenen Warenbestand entgegen.

09.01.2018

Die deutsche Wirtschaft brummt: 2017 dürfte wieder ein Rekordjahr werden. Vorläufige Zahlen liegen bis November vor, demnach legten die Exporte um 8,2 Prozent auf 116,5 Milliarden Euro zu. Auch die Industrieproduktion legte um 3,4 Prozent zu.

09.01.2018