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Airbus erwägt sparsamere „A380plus“

Winglets für den Ladenhüter Airbus erwägt sparsamere „A380plus“

Der Flugzeugbauer Airbus greift für die Zukunft seines kaum noch gefragten Flaggschiffs A380 in die technische Trickkiste.

Airbus steht bei der A380 unter Zugzwang.

Quelle: Andy Rain

Toulouse/Le Bourget. Der Flugzeugbauer Airbus greift für die Zukunft seines kaum noch gefragten Flaggschiffs A380 in die technische Trickkiste.

Durch den Anbau riesiger, abgeknickter Flügelenden könne der Treibstoffverbrauch des weltgrößten Passagierjets um 4 Prozent schrumpfen, teilte der Hersteller vor Beginn der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris auf Basis einer Entwicklungsstudie mit dem Namen „A380plus“ mit.

Zusammen mit Veränderungen in der Kabine, die Platz für mehr Fluggäste schaffen, könnten diese die Kosten je Sitzplatz für die Fluggesellschaften um 13 Prozent senken.

In der vorgestellten Entwicklungsstudie sind die neuen Flügelenden insgesamt 4,70 Meter hoch, gut drei Viertel davon zeigen von den Tragflächen aus nach oben, knapp ein Viertel nach unten. Winglets kommen bereits bei zahlreichen modernen Flugzeugtypen zum Einsatz. Sie reduzieren die Luftverwirbelungen und senken den Treibstoffverbrauch.

Airbus steht bei der A380 unter Zugzwang. Wegen ausbleibender Neubestellungen fährt das Unternehmen die Fertigung von 28 Jets im vergangenen Jahr auf nur noch 12 Maschinen im Jahr 2018 zurück. Das Management prüft bereits weitere Kürzungen. Die meisten Airlines setzen auf der Langstrecke verstärkt auf normalgroße Jets wie Boeings 787 „Dreamliner“ oder den jüngsten Airbus-Spross A350, die sich im Gegensatz zur A380 auch auf nicht ganz so stark gefragten Strecken rentabel einsetzen lassen.

Airbus versucht mit Verbesserungen gegenzusteuern. So sollen verschiedene Anpassungen wie umgestaltete Treppen zwischen den beiden Etagen, eine veränderte Bordküche und eine teils engere Bestuhlung Platz für fast 80 zusätzliche Passagiere schaffen. Damit würde das Flugzeug bei üblicher Klasseneinteilung mehr als 600 Menschen fassen.

Größte Abnehmerin der A380 ist die arabische Fluglinie Emirates, die 142 Maschinen des Typs bestellt und einen Großteil davon bereits im Einsatz hat. Eine von Emirates geforderte Neuauflage des Jets als „A380neo“ mit sparsameren Triebwerken lehnen Airbus und Triebwerksbauer Rolls-Royce wegen der schwierigen Nachfrage und der hohen Entwicklungskosten bisher ab. Dafür gebe es kein Geschäftsszenario, hatte Airbus-Verkehrsflugzeugchef Fabrice Brégier erst vor wenigen Tagen klargestellt.

dpa

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