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Airbus erwartet stark steigende Flugzeug-Nachfrage

Zittern um A380 Airbus erwartet stark steigende Flugzeug-Nachfrage

Der Flugzeugbauer rechnet damit, dass der globale Bedarf an Passagierjets rasant steigt - auch, weil die Zahl der Reisenden in Indien und China deutlich wachsen dürfte. Für den Riesenflieger A380 sieht es hingegen eher trüb aus.

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Airbus erwartet die größten Zuwächse in China und Indien.

Quelle: Christoph Schmidt

Toulouse. Der Flugzeugbauer Airbus rechnet in den nächsten 20 Jahren mit einem weiter steigenden Bedarf an Verkehrsjets.

Die weltweite Passagierjet-Flotte dürfte sich bis 2036 mehr als verdoppeln, kündigte Verkaufschef John Leahy am Freitag in Toulouse an. Allerdings erwartet er bei den Fluglinien geringere Passagierzuwächse als zuletzt.

Zudem muss sich Airbus immer größere Sorgen um sein Flaggschiff A380 machen. Wenn Neubestellungen weiter ausbleiben, muss der Konzern die Produktion noch stärker zurückfahren. Die diskutierte Neuauflage als A380neo ist vom Tisch.

Nach Leahys Schätzung werden Fluggesellschaften in aller Welt bis 2036 voraussichtlich rund 34 900 neue Passagierjets und Frachtflugzeuge kaufen. Das sind gut 1800 Maschinen mehr als vor einem Jahr bis 2035 vorhergesagt.

Das Plus kommt vor allem von den Mittelstreckenjets wie dem stark gefragten Airbus A320neo und der Boeing 737-MAX. Auch mittelgroßen Langstreckenjets mit zwei Triebwerken wie dem Airbus A350 und Boeings 787 „Dreamliner“ sagt Leahy einen steigenden Bedarf voraus. Indes rechnet er damit, dass das Verkehrsaufkommen im Passagierverkehr bis 2036 im Schnitt nur noch um jährlich 4,4 Prozent zunimmt. Das ist etwas weniger als noch vor einem Jahr vorhergesagt.

Die größten Zuwächse erwartet er in China und Indien. „Mit den steigenden verfügbaren Einkommen wird sich die Zahl der Flugreisenden in Schwellenländern zwischen heute und 2036 nahezu verdreifachen.“ Der Inlandsverkehr in China werde dann der weltgrößte Luftfahrtmarkt sein - und den USA den Rang ablaufen.

Bei den größten Typen mit mehr als 400 Sitzen wie dem Airbus A380 und der Boeing 747-8, aber auch der modernisierten Boeing 777X, zollt Leahy der zuletzt schwachen Nachfrage etwas Tribut. Die Zahl von 1406 Maschinen dieser Größe, die bis 2036 benötigt würden, liegt um 74 Exemplare niedriger als in seiner letzten Prognose.

Dennoch zeigte sich Leahy sicher, dass die Branche die Zuwächse bei den Reisenden nur mit größeren Flugzeugen bewältigen kann. „Der Passagierverkehr wird sich alle 15 Jahre verdoppeln, aber wir können nicht so viele Flughäfen bauen.“ Dies zwinge zum Einsatz von Maschinen wie der A380, die Platz für 540 Passagiere bietet.

Dennoch ist der Flieger bei Airbus vorerst in Bedrängnis. Die Produktion soll 2018 auf 12 Maschinen pro Jahr sinken nach 28 vergangenes Jahr. Programmchef Didier Evrard versucht Kosten zu senken und Prozesse so zu ändern, dass der Konzern mit dem Jet keine Verluste schreibt. Gehen keine neuen Bestellungen ein, muss die Produktion noch weiter schrumpfen.

Einer Neuauflage des Fliegers unter dem Namen A380neo mit sparsameren Triebwerken erteilte Verkehrsflugzeugchef Fabrice Brégier eine Absage. „Dafür gibt es kein Geschäftsszenario.“ Die Airbus-Führung und Triebwerkshersteller Rolls-Royce scheuen das Risiko, dass sie die Entwicklungskosten nicht wieder verdienen. Die arabische Fluglinie Emirates hatte zwar wiederholt eine A380neo gefordert. Jedoch fanden sich offenbar nicht genug weitere Interessenten. Emirates ist mit 142 bestellten Maschinen die weltgrößte Betreiberin der A380.

dpa

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