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Arbeitslosenzahl sinkt auf 2,911 Millionen

Nürnberg Arbeitslosenzahl sinkt auf 2,911 Millionen

Noch sind es glänzende Zahlen, die Bundesagentur-Chef Frank-Jürgen Weise am Dienstag zu verkünden hatte. Denn man muss lange zurückblicken, um auf eine so niedrige Februar-Arbeitslosigkeit zu stoßen. Doch das Ende des Job-Booms zeichnet sich bereits ab.

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Zwei Männer warten in der Bundesagentur für Arbeit.

Quelle: Julian Stratenschulte /illustration

Nürnberg. Trotz weltweiter wirtschaftlicher Risiken und der Flüchtlingszuwanderung ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland auf den niedrigsten Februar-Stand seit 25 Jahren gesunken.

Insgesamt waren in dem Wintermonat 2,91 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit. Das seien 9000 weniger als im Januar und 106 000 weniger als vor einem Jahr, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 6,6 Prozent zurück. Im europäischen Vergleich rangiert Deutschland damit vor Tschechien auf Platz eins: In keinem anderen EU-Land ist die Arbeitslosigkeit so niedrig.

Bundesagentur-Chef Frank-Jürgen Weise zeigte sich mit der Entwicklung zufrieden: „Der Arbeitsmarkt hat sich vor dem Hintergrund eines moderaten Wirtschaftswachstums insgesamt weiter positiv entwickelt.“ Dabei habe der Jobmarkt aber auch von dem vergleichsweise milden Winterwetter im Februar profitiert, räumte der BA-Manager ein. In den vergangenen drei Jahren war die Arbeitslosenzahl im Februar um durchschnittlich 2000 gestiegen.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sieht in den neuen Arbeitsmarktzahlen eine sehr gute Grundlage für die kommenden Herausforderungen. „Wir müssen uns anstrengen, dass die Flüchtlinge, die hier bleiben, so schnell wie möglich auf eigenen Beinen stehen - und die Zeit der Arbeitslosigkeit möglichst kurz bleibt“, sagte Nahles in Berlin. „Aber wir werden darüber auch diejenigen nicht vergessen, die hierzulande Unterstützung nötig haben.“

Tatsächlich wächst inzwischen die Zahl der Flüchtlinge, die sich bei den Jobcentern arbeitslos melden. Allein im Februar seien dort 103 000 Menschen aus Asylzugangsländern als arbeitslos registriert gewesen, berichtete BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker. Das seien knapp 42 000 oder 68 Prozent mehr als vor einem Jahr. „Im zweiten Quartal wird die Anzahl der Menschen, die wir in den Jobcentern betreuen werden, weiter steigen.“ Mit einem weitaus stärkeren Anstieg rechnet Becker allerdings erst im dritten und vierten Quartal.

Auf die erwartete große Zahl arbeitsloser Flüchtlinge seien die Jobcenter aber ausreichend vorbereitet, versicherte er. Um eine angemessene Betreuung gewährleisten zu können, ohne einheimische Hartz-IV-Bezieher vernachlässigen zu müssen, seien dort in den vergangenen Monaten mehr als 2000 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt worden. Sie seien nicht nur in sozialrechtlichen Fragen geschult, sondern auch mit „interkulturellen Kompetenzen“ ausgestattet worden.

Was die Vermittlungschancen von Flüchtlingen angeht, mahnte Becker zu Geduld. Bei deutschen Unternehmen gebe „viel Engagement und guten Willen“, Flüchtlinge einzustellen oder auszubilden. „Allerdings gibt es einige große Themen, die wir erst bewältigen müssen. Ein großes Thema ist dabei die Sprache“, gab Becker zu bedenken. „Auch was die Menschen an Bildungsvoraussetzungen mitbringen, ist sehr unterschiedlich.“ Um einen jungen Flüchtling zu einem Facharbeiter mit guten Beschäftigungschancen auszubilden, müsse man fünf bis sechs Jahre veranschlagen, schätzte er.

Wie gut die Lage derzeit noch auf dem Arbeitsmarkt ist, belegt nach Einschätzung von BA-Chef Weise auch die weiter wachsende Zahl sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze; sie stieg nach BA-Hochrechnungen zuletzt im Dezember 2015 auf 31,18 Millionen. Das sind 780 000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der Erwerbstätigen erhöhte sich nach den jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes vom Januar im Vergleich zum Vormonat saisonbereinigt um 74 000 auf 42,96 Millionen. Das waren 517 000 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der offenen Stellen lag im Februar bei 614 000.


Presseportal der Bundesagentur für Arbeit

dpa

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