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ArcelorMittal rutscht in die roten Zahlen

Stahl ArcelorMittal rutscht in die roten Zahlen

Die Abschwächung der globalen Wirtschaft macht dem weltgrößten Stahlkonzern ArcelorMittal immer stärker zu schaffen. Im dritten Quartal rutschte das Unternehmen sogar in die roten Zahlen.

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Zwei Arbeiter beobachten am 14.09.2012 den Stahlabstich in der Stahlwerkshalle von ArcelorMittal in Hamburg.

Quelle: Christian Charisius

Luxemburg. Die Abschwächung der globalen Wirtschaft macht dem weltgrößten Stahlkonzern ArcelorMittal immer stärker zu schaffen. Im dritten Quartal rutschte das Unternehmen sogar in die roten Zahlen. Unter dem Strich stand ein Verlust von 709 Millionen US-Dollar (548 Mio Euro), wie das Unternehmen berichtete.

Vor einem Jahr hatte der hochverschuldete Konzern noch 659 Millionen Dollar verdient. Besserung ist kaum in Sicht. Deshalb will der Konzern einige Stahlwerke in Europa schließen und den Aktionären die Dividende kürzen.

„Die ohnehin schon anfällige globale Wirtschaft ist im dritten Quartal durch die Abkühlung in China zusätzlich belastet worden“, kommentierte Vorstandschef Lakshmi Mittal. Dies habe ArcelorMittal schwer getroffen. An der schwierigen Lage werde sich auch im vierten Quartal nichts ändern.

Operativ (EBITDA) sackte der Gewinn um fast die Hälfte auf gut 1,3 Milliarden Dollar ab. Es ist das schlechteste Quartalsergebnis seit drei Jahren. Der Umsatz ging um knapp 20 Prozent auf 19,7 Milliarden Dollar zurück. Im Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit einem EBITDA-Rückgang von gut 10 Milliarden auf 7 Milliarden Dollar. Die Dividende soll von 0,75 Dollar je Aktie auf 0,20 Dollar gesenkt werden.

Nicht nur der Preisverfall und die schwache Nachfrage in seinem Kerngeschäft Stahl setzen ArcelorMittal zu. Das trifft auch die deutschen Konkurrenten ThyssenKrupp und Salzgitter. Bei ArcelorMittal kommt aber noch erschwerend hinzu, dass der gleichzeitige Rückgang der Eisenerzpreise keine Entlastung schafft. Die Luxemburger haben in den vergangenen Jahren ihre eigene Förderung massiv ausgebaut. Dies erweist sich nun als Belastung. Es gibt schon Gerüchte, dass der Konzern einen Teil seines gerade erst ausgebauten Erzgeschäftes in Kanada wieder verkaufen könnte.

ArcelorMittal braucht deshalb Geld. Die hohe Schuldenlast alarmiert längst Anleger und Ratingagenturen. Im August senkte etwa Standrad & Poor's die Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau. Im dritten Quartal stiegen die Netto-Verbindlichkeiten weiter um 1,2 Milliarden auf 23,2 Milliarden Dollar an. Zum Jahresende prognostiziert das Management einen Schuldenstand von 22 Milliarden Dollar.

Als Reaktion auf die schwache Stahlnachfrage hat ArcelorMittal seit längerem in Europa nur 16 von 25 Hochöfen in Betrieb, um die Produktion vorübergehend zu drosseln. Im Oktober entschied der Konzern nun, die Hochöfen im lothringischen Florange dauerhaft zu schließen. Die französische Regierung versucht allerdings noch, einen Investor für das Werk mit rund 2000 Beschäftigten zu finden. Sie hat dafür bis zum Jahresende Zeit. Im belgischen Lüttich war bereits Ende 2011 das Aus der Hochöfen beschlossen worden. Zudem trennt sich der Konzern von Randgeschäften.

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