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Auch SAP-Rivale Salesforce will Twitter nicht haben

Letzter Interessent winkt ab Auch SAP-Rivale Salesforce will Twitter nicht haben

Die Verkaufsgerüchte um Twitter haben sich nach weniger als einem Monat zerschlagen. Die Software-Firma Salesforce gab dem Webdienst öffentlich einen Korb. Die Twitter-Aktie ist jetzt deutlich weniger wert als vor Beginn der Spekulationen.

San Francisco. Twitter ist nach wochenlangen Spekulationen über eine mögliche Übernahme wieder auf sich allein gestellt. Der SAP-Rivale Salesforce, der als letzter potenzieller Käufer für den schwächelnden Kurznachrichtendienst galt, winkte ab.

„In diesem Fall sind wir ausgestiegen, es hat einfach nicht gepasst“, sagte Salesforce-Chef Marc Benioff der „Financial Times“. Der Verkaufsprozess sei damit so gut wie tot, schrieb die Zeitung unter Berufung auf das Umfeld der Twitter-Chefetage. Die Twitter-Aktie sackte daraufhin im US-Handel am Freitag um gut fünf Prozent ab, für das Salesforce-Papier ging es um über fünf Prozent aufwärts.

Der amerikanische Spezialist für Cloud-Software galt als einer der hartnäckigsten Interessenten für Twitter, das in einer Wachstumsflaute steckt und nicht aus den roten Zahlen herauskommt. Zuletzt waren Medienberichten zufolge auch der Internet-Riese Google und der Unterhaltungskonzern Disney abgesprungen.

Auch bei Salesforce sei das Interesse erkaltet, hatte es bereits vor einigen Tagen geheißen. Dennoch wurde auch berichtet, im Hintergrund liefen noch Gespräche. Mit der jetzigen Absage ist Salesforce das einzige Unternehmen, das sich bisher öffentlich zu den Verkaufsgerüchten um Twitter äußerte.

Die Twitter-Aktie war in den vergangenen Wochen durch die Spekulationen steil auf rund 25 Dollar gestiegen, war aber schon nach Berichten über das Desinteresse der anderen mutmaßlichen Interessenten wieder zurückgefallen. Jetzt liegt der Kurs mit 16,88 deutlich unter dem vor Beginn der Gerüchte. Twitters Berater schauten sich zwar weiterhin nach möglichen Käufern um, schrieb die „Financial Times“. Salesforce sei aber der letzte verbliebene ernsthafte Interessent gewesen.

Mitgründer Jack Dorsey, der vor rund einem Jahr wieder zum Firmenchef ernannt wurde, könnte nun freiere Hand bei seinen Umbauplänen für Twitter bekommen. Er hatte das Ziel ausgegeben, Twitter stärker zum Ort zu machen, an dem sich Menschen über aktuelle Ereignisse informieren und will noch mehr auf Video setzen. So zeigt Twitter in den USA Donnerstags-Spiele der Football-Liga NFL. Und zuletzt wurde die Livestreaming-App „Periscope“ für das Einspeisen von Übertragungen in professioneller Qualität geöffnet.

dpa

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