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Audi-Chef spricht sich mit Dobrindt aus

Nach Ärger im Abgas-Skandal Audi-Chef spricht sich mit Dobrindt aus

Die Empörung bei Audi war groß. Der Chef der VW-Tochter warf Verkehrsminister Dobrindt vor, neue Erkenntnisse im Abgas-Skandal im Alleingang in die Öffentlichkeit getragen zu haben. Nun haben der Manager und der Minister miteinander geredet.

Konzernchef Rupert Stadler hatte seinem Ärger über Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt Luft gemacht.

Quelle: Caroline Seidel

Berlin. Audi-Chef Rupert Stadler hat sich nach seinem Ärger über die Bekanntgabe neuer Erkenntnisse zu Abgasmanipulationen mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt ausgesprochen. „Das Thema ist aus der Welt“, sagte ein VW-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

„Dass Herr Stadler etwas übers Ziel hinausgeschossen ist, ist für uns Historie“, sagte der Sprecher mit Blick auf ein Interview, das der Audi-Chef der „Automobilwoche“ gegeben hatte. Darin hatte Stadler Dobrindt vorgeworfen, den Sachverhalt falsch dargestellt und sich mit der Veröffentlichung auf Kosten der VW-Tochter profiliert zu haben.

Dobrindt hatte am Donnerstag bekannt gegeben, dass Audi eine „unzulässige Abgas-Software“ in den Oberklasse-Modellen Audi A8 und A7 mit V6- und V8-Dieselmotoren verwendet habe. Bei 24 000 Fahrzeugen ist der Ausstoß an gesundheitsschädlichen Stickstoffoxiden (NoX) höher als nach der Abgasnorm Euro 5 erlaubt. Damit weitete sich der Abgas-Skandal beim VW-Konzern erneut aus.

Am Freitag hatte der Audi-Chef Dobrindt scharf kritisiert: „Dass Herr Dobrindt allein vorprescht, hat mich persönlich sehr enttäuscht“, sagte Stadler der „Automobilwoche“. „Bei 24 000 Autos in Europa haben wir Auffälligkeiten gefunden. Diese Informationen haben wir den Behörden mitgeteilt. Dies und das weitere Vorgehen wollten wir gemeinsam kommunizieren.“ Dass die Behörden illegale Software „entdeckt“ hätten, sei das falsche Wort. „Wir selbst drehen jedes Steinchen um.“

Der VW-Sprecher sagte am Sonntag, das Bundesverkehrsministerium sei Hüter des Verfahrens und der VW-Konzern habe dem Ministerium nichts vorzuwerfen. Der Konzern und das Bundesverkehrsministerium bestätigten, dass Dobrindt sein Vorgehen zuvor mit VW-Konzernchef Matthias Müller abgestimmt hatte. Darüber hatte zuvor auch die „Bild am Sonntag“ berichtet.

„Am Donnerstag haben zwei Gesprächstermine zwischen VW-Chef Müller und Minister Dobrindt stattgefunden“, teilte ein Ministeriumssprecher mit. „In diesen Gesprächen wurde sowohl über die Unterrichtung der Staatsanwaltschaft als auch über die Veröffentlichung des Sachverhalts im Rahmen einer Pressekonferenz am gleichen Abend durch den Minister gesprochen.“ Zu Beginn der Abgasaffäre sei zwischen dem Ministerium und VW vereinbart worden, dass für alle Themen im Rahmen des Abgasskandals und der Aufarbeitung der VW-Konzern für seine Marken verantwortlicher Ansprechpartner sei.

Stadler steht wegen seiner Rolle bei der Aufarbeitung des Abgas-Skandals schon länger in der Kritik. Dennoch war sein Vertrag vor kurzem erst um weitere fünf Jahre verlängert worden. Zu Medienberichten über eine mögliche Ablösung Stadlers sagte der VW-Sprecher am Samstag, Vorstand und Aufsichtsrat hätten „diese Diskussion zu Herrn Stadler nicht geführt“. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtete, VW wolle noch vor Ende des Jahres „ein Paket für den personellen Neuanfang in Ingolstadt schnüren“, ohne Stadler an der Spitze.

dpa

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