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Auftragsmangel bei A380: Airbus halbiert Produktion

Farnborough Auftragsmangel bei A380: Airbus halbiert Produktion

Fehlende Aufträge für den Riesenflieger A380 drücken bei Airbus auf die Stimmung. Ob sich die Mienen auf der Airshow im britischen Farnborough noch aufhellen ist fraglich.

Farnborough. Wenige Aufträge und teils trübe Aussichten auf der Luftfahrtmesse bei London: Die großen Flugzeugbauer Boeing und Airbus haben am dritten Tag der Farnborough Airshow nur wenige Bestellungen hereingeholt.

Getrübt wurde die Stimmung auch von der Entscheidung der Airbus-Führung, die Produktion des weltgrößten Passagierjets A380 ab 2018 zurückzufahren. Grund ist die schwache Auftragslage. Experten erwarten, dass Airbus mit dem Modell dann wieder rote Zahlen schreibt.

Die Kürzung der A380-Produktion hatte Airbus am Dienstagabend mitgeteilt. Mit 12 Jets sollen künftig weniger als halb so viele Exemplare des Typs die Werkshallen verlassen als 2015, als das Unternehmen 27 A380 auslieferte. Dabei gelang es der Gesellschaft gerade so, schwarze Zahlen zu schreiben.

Laut Airbus-Chef Fabrice Brégier soll dies 2017 schon bei 20 Maschinen der Fall sein - und durch weitere Einsparungen später auch bei noch geringeren Produktionszahlen. Experten bezweifeln jedoch, dass das wegen hoher Fixkosten auch bei 12 Jets pro Jahr gelingt.

Bei den Aufträgen und Vorverträgen von der Messe liegt Airbus nach den ersten drei Tagen mit knapp 290 Flugzeugen weiterhin deutlich vor seinem US-Rivalen Boeing, der auf knapp 190 Maschinen kam. Aber erst am Donnerstag ziehen beide Unternehmen ihre Messebilanz - die Lage kann sich daher noch ändern.

Am Mittwoch sammelten die Europäer lediglich einen Großauftrag aus Lateinamerika ein. Der Luftfahrtkonzern Synergy bestellte für seine Fluglinie Avianca Brasil 62 Mittelstreckenjets aus der Modellfamilie A320neo. Laut Preisliste hat der Auftrag einen Gesamtwert von rund 6,7 Milliarden US-Dollar - je nachdem, um welche Varianten des Flugzeugs es sich handelt. Allerdings sind bei großen Flugzeugbestellungen hohe Rabatte üblich.

Boeing sicherte sich eine Bestellung über sechs „Dreamliner“-Langstreckenjets. Die chinesische Fluggesellschaft Ruili Airlines zurrte einen bereits avisierten Auftrag für die Maschinen in der mittellangen Ausführung 787-9 fest. Laut Preisliste kommt die Bestellung auf einen Gesamtwert von 1,6 Milliarden Dollar.

Boeing vermeldete auch Bestellungen für seine Mittelstreckenjets - doch diese hatten schon ohne Käufernamen auf der offiziellen Auftragsliste gestanden. So bekannte sich die spanische Fluggesellschaft Air Europa zu einer Order über 20 Maschinen in der spritsparenden Neuauflage 737-MAX-8, wie sie auf der Messe derzeit als Testflugzeug zu besichtigen ist. Eine Bestellung von neun herkömmlichen Boeing 737 wurde der ägyptischen Fluggesellschaft EgyptAir zugeordnet. Zudem sammelte Boeing Bestellungen und Vorverträge für 10 Frachtmaschinen ein.

dpa

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