Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Rest der Welt Autobranche streitet sich mit Deutscher Umwelthilfe
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Autobranche streitet sich mit Deutscher Umwelthilfe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:12 20.06.2017
Angesichts neuer Berichte über mögliche Abgas-Manipulationen sinkt seit Monaten in Deutschland bei den Pkw-Neuzulassungen der Marktanteil von Dieseln. Quelle: Julian Stratenschulte
Anzeige
Bonn/Berlin

In der Debatte um die Zukunft des Diesels gerät die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zunehmend in die Kritik.

Der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Jürgen Karpinski, bezeichnete die Umweltorganisation am Dienstag als „grün angestrichenen Abmahnverein“.

Die Umwelthilfe sei „von den Bedürfnissen arbeitender Menschen genauso weit weg wie von der Arbeit für den Umweltschutz“. Wer den Klimaschutz ernst nehme, dürfe den Diesel nicht verdammen. Erst vor kurzem hatte Verkehrs-Staatssekretär Norbert Barthle der DUH vorgeworfen, mitverantwortlich für eine „Diffamierungskampagne“ gegen den Dieselmotor zu sein.

DUH-Chef Jürgen Resch wies die Kritik scharf zurück. „Die Autoindustrie wird zunehmend nervös“, sagte er am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Mit Blick auf erhöhte Abgaswerte von Diesel-Fahrzeugen auf der Straße meinte Resch, die Autoindustrie „lüge und betrüge“, sie wehre sich „dauerhaft“ gegen Kontrollen. Die Umwelthilfe kämpfe dafür, dass Abgas-Grenzwerte eingehalten werden.

Die DUH ist bekannt etwa für Klagen, damit Behörden Maßnahmen zur Einhaltung der vorgeschriebenen Grenzwerte beim Ausstoß des gesundheitsschädlicher Stickoxide umsetzen. In Stuttgart und München drohen Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge.

Seit Monaten sinkt in Deutschland bei den Pkw-Neuzulassungen der Marktanteil von Dieseln. Immer neue Berichte über mögliche Abgas-Manipulationen, Differenzen zwischen Abgaswerten auf dem Prüfstand und im realen Verkehr sowie eine breite Debatte um Fahrverbote für ältere Dieselmodelle haben offensichtlich für Verunsicherung gesorgt. Viele Städte haben mit zu hohen Stickoxidwerten durch Diesel-Abgase zu kämpfen.

ZDK-Chef Karpinski lehnt Diesel-Fahrverbote ab. „Millionen Dieselfahrern droht die Enteignung, unseren Mitgliedsbetrieben drohen hohe Verluste im Handel, und Kfz-Betrieben, die zufällig in möglichen Verbotszonen angesiedelt sind, droht womöglich sogar die Pleite – weil ja keiner mehr hinfahren darf.“ Anstatt zu reglementieren, sollten besser Anreize zur Umrüstung älterer Dieselfahrzeuge geschaffen werden.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Immer weniger Insekten, immer weniger Vögel, ganze Biotope verschwinden - der Lebensraum Agrarlandschaft verarmt in immensem Tempo. Dringend müsse eine Kehrtwende in der Agrarpolitik her, fordern Experten.

20.06.2017

Die Mietpreisbremse nutzt nach Einschätzung der Immobilienwirtschaft vor allem Besserverdienenden, die sich wegen ihres Jobs oder aus Lifestyle-Gründen kein Eigentum zulegen.

20.06.2017

Kanzlerin Angela Merkel und ihr SPD-Herausforderer Martin Schulz wollen mit einer klaren Abgrenzung in der Renten- und Steuerpolitik um Wählerstimmen werben.

20.06.2017
Anzeige