Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Rest der Welt BMW und Bosch sprechen über Schadenersatz
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt BMW und Bosch sprechen über Schadenersatz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:13 07.07.2017
Die Produktion eines BMWs im Werk in Leipzig. Quelle: BMW
Anzeige
München

Bosch muss seinen Großkunden BMW nach den Produktionsausfällen wegen fehlender Lenkgetriebe voraussichtlich mit einer mittleren zweistelligen Millionensumme entschädigen.

Diese Größenordnung nannte BMW - nähere Angaben seien aufgrund der derzeit laufenden Verhandlungen aber noch nicht möglich. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ darüber berichtet.

„Der im Raum stehende Betrag ist direktes Ergebnis unserer Schadensanalyse“, hieß es bei dem Münchner Autobauer. Die Gespräche über den genauen Umfang einer finanziellen Erstattung dauerten an. Bosch erklärte, beide Seiten seien „in einer langfristigen Beziehung“. Man werde sich auch deswegen bemühen, eine konstruktive Lösung für den geforderten Schadenersatz zu finden.

Ende Mai hatten Lieferschwierigkeiten von Bosch, die ihrerseits auf Probleme bei der italienischen Firma Albertini Cesare zurückgingen, empfindliche Produktionseinbußen bei BMW hervorgerufen. Bänder standen still, viele Wagen der kleineren Baureihen konnten nicht pünktlich fertiggestellt und ausgeliefert werden. Bosch bezog von Albertini Cesare Aluminium-Gussteile und übernahm das Unternehmen mit 400 Mitarbeitern aus dem norditalienischen Villasanta anschließend.

BMW-Einkaufsvorstand Markus Duesmann sagte der Zeitung, er hoffe, dass die Engpässe vom Mai „ein einmaliger Ausreißer“ bleiben. Die eigenen Lieferketten würden detailliert überprüft. Ein Sprecher des Konzerns stellte klar, dass man aber weiter Vertrauen zu Bosch habe. Der Technologiekonzern gehöre „zu unseren Top-3-Zulieferern“. Bosch erklärte, der Kauf der italienischen Firma sei beschlossen worden, weil „diese Maßnahme tragfähig ist und am schnellsten greift“.

Die Autoindustrie ist angesichts eng getakteter Produktionspläne („just-in-time“) auf reibungslose Zulieferungen angewiesen. Zuletzt kam es auch in anderen Unternehmen zu Engpässen. Bei Volkswagen etwa hatte die ausbleibende Versorgung des Lieferanten Prevent im vergangenen Jahr ebenfalls die Bänder angehalten und einen erheblichen Schaden unter anderem in der Golf-Fertigung verursacht.

Das Risiko von Abhängigkeiten werde laufend bewertet, hieß es bei BMW. Man gehe davon aus, dass nun auch Bosch ein ausgeklügelteres Risikomanagement- und Alarmsystem bei stockenden Prozessen betreibe.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Beim Abschluss von Versicherungsverträgen haben Verbraucher künftig Anspruch auf eine bessere Beratung. Nach dem Bundestag billigte auch der Bundesrat die Umsetzung einer entsprechenden EU-Richtlinie.

07.07.2017

Zum Start des G-20-Gipfels haben autonome Randalierer wahllos Wagen angezündet, die am Straßenrand parkten. Am Donnerstag brannte sogar ein ganzes Porsche-Zentrum. Doch wer kommt eigentlich für den Schaden auf?

07.07.2017

Seit mehr als 140 Tagen sitzt Deniz Yücel in türkischer Haft - jetzt fordert die Bundesregierung eine Anklageschrift der türkischen Justiz statt nur pauschale Vorverurteilungen von Regierungsverantwortlichen.

07.07.2017
Anzeige