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Bahn soll bald pünktlicher und komfortabler werden

Berlin Bahn soll bald pünktlicher und komfortabler werden

Das Programm „Zukunft Bahn“ kommt in Gang. Pünktlicher, verlässlicher, komfortabler - so will die Bahn wieder mehr Kunden gewinnen und Geld verdienen. Aber das kostet erstmal Geld.

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Bahnchef Grube möchte den Konzern weiter umbauen.

Quelle: Wolfgang Kumm

Berlin. Die Bahn will mit mehr Pünktlichkeit und besserem Service wieder profitabel werden. Das Vorstandsprogramm „Zukunft Bahn“ soll die Fahrpläne und Fahrgast-Informationen in den nächsten Jahren deutlich zuverlässiger machen.

Geplant ist auch mehr WLAN und sauberere Bahnhöfe. „Wir räumen auf und greifen an“, sagte Konzernchef Grube am Donnerstag in Berlin. Am Vortag hatte er das Programm dem Aufsichtsrat vorgestellt.

Der Konzern befindet sich nach schwachen Ergebnissen in mehreren Geschäftsfeldern im größten Umbruch seit der Bahnreform 1994, wie Grube sagte. Seit dem Sommer läuft ein Konzernumbau, um die Bahn effizienter zu machen. Zudem soll die notleidende Güterbahn wieder auf Gewinn getrimmt werden.

Dabei muss sich Grube auf kritische Fragen der Arbeitnehmerseite einstellen. Maßnahmen für mehr Pünktlichkeit und Qualität trage man mit, teilt die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) mit. Für die Güterbahn, den Regionalverkehr, die Dienstleistungssparte und die Bahnwerke fehle aber eine langfristige Strategie. Diese will Grube im 2016 im Aufsichtsrat vorstellen, wie er am Donnerstag ankündigte.

Der Verkehrsclub Deutschland kritisierte, die Bahn plane seit Jahren, die Kunden ernst zu nehmen. Plakative Versprechen reichten aber nicht. „Wer mehr Kunden will muss handeln, konsequent und umgehend.“

Ähnlich äußerte sich Karl-Peter Naumann, der Ehrenpräsident des Fahrgastverbands Pro Bahn. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Natürlich wird nicht in einem Jahr alles perfekt sein.“ Vor allem aber bei der Kundeninformation könne man relativ schnell besser werden. Zusätzlich müsse die Politik Nachteile für die Bahn beseitigen, etwa die erhöhte Stromsteuer und die gesenkte Lkw-Maut.

Im nächsten Jahr sollen nach dem Vorstandsplan 80 Prozent der Fernzüge pünktlich sein - was bei der Bahn heißt, weniger als sechs Minuten nach der Fahrplanzeit im Bahnhof eintreffen. Heute sind es knapp 75 Prozent, langfristiges Ziel sind 85 Prozent. Gelingt das nicht, erhalten die Vorstände weniger Geld, was der Aufsichtsrat am Mittwoch gebilligt hatte.

Mehrzeilige Gleisanzeiger und digitale Informationen für Personal und Fahrgäste sollen ab 2016 verhindern, dass Kunden widersprüchliche Angaben zu Gleiswechseln oder Wagenreihungen erhalten. Mobile Entstörungsteams sollen Toiletten und Bordrestaurants verfügbar halten.

Mit dem ICE-Informations- und Unterhaltungsportal sollen Fahrgäste ab 2016 auch ins Internet gehen können, geplant ist dies auch für Intercity-Züge. Kostenloses WLAN gibt es bislang nur für die Kunden der ersten Klasse im ICE. Bis 2020 will die Bahn ein WLAN-Netz in Fern- und Regionalzügen sowie Bahnhöfen etablieren. Im Regionalverkehr hängt dies jedoch davon ab, ob die Länder es auch bestellen.

Bis 2020 will die Bahn im Zuge des Programms zusätzlich 20 Milliarden Euro investieren. Gleichzeitig werden Doppelstrukturen im Konzern abgebaut und die Zentrale verschlankt. Hierzu soll der Aufsichtsrat am 8. Februar zu einer Sondersitzung zusammentreffen.

Die Güterbahn DB Schenker Rail soll ab 2018 wieder wachsen. Dazu werden Verladestellen geschlossen und stärker auf einen festen Fahrplan gesetzt. 400 der 1500 Verladestellen stehen auf der Streichliste des Vorstands, wie EVG-Chef Alexander Kirchner hr-iNFO sagte. Bis zu 2600 Arbeitsplätze sind nach Angaben von Personalvorstand Ulrich Weber in der Sparte gefährdet. Den Mitarbeitern würden konzernintern andere Arbeitsplätze angeboten.

DB Schenker Rail firmiert um zu DB Cargo. Das hatte zuvor auch die „Allgemeine Zeitung“ (Mainz) berichtet. Arbeitsplätze könnten zudem in den Bahnwerken wegfallen, weil die Bahn stärker auf mobile Instandhaltung setzen will.

Der geplante Umbau hinterlässt Spuren in der Bilanz. Grube erwartet Sonderbelastungen in diesem und im nächsten Jahr in Höhe von zwei Milliarden Euro. Die Verschuldung werde in den nächsten Jahren auf 22 Milliarden Euro anwachsen. Ende 2014 hatte sie bei 16,4 Milliarden Euro gelegen.

Noch nicht geklärt ist die Finanzierung der europäischen Zugsicherungstechnik ETCS. Sie will die Bahn nun flächendeckend einführen, um mehr Züge auf die Strecken bringen zu können. Die Kosten sieht Vize-Vorstandschef Volker Kefer nominal in der Größenordnung von 20 bis 25 Milliarden Euro.

dpa

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