Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Rest der Welt Bauindustrie fordert Verbesserungen bei Großprojekten
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Bauindustrie fordert Verbesserungen bei Großprojekten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:12 23.12.2017
Ein Verbotsschild am Bauzaun des Großprojekts Stuttgart 21. Quelle: Uwe Anspach
Anzeige
Berlin

Angesichts erheblicher Probleme beim neuen Berliner Flughafen BER und dem Bahnprojekt Stuttgart 21 hat die Bauindustrie Verbesserungen bei Großprojekten gefordert.

„Das grundsätzliche Problem ist bisher, dass Planen und Bauen bei öffentlichen Bauten nicht in einer Hand liegen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Dieter Babiel, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Künftig sollte aber die Bauindustrie schon bei der Planung der Architekten miteinbezogen werden. „Bisher macht der Eine das und der Andere das, es wird zu wenig aufeinander abgestimmt, das dauert länger und kostet mehr.“

Der neue Hauptstadtflughafen BER sollte eigentlich schon 2011 in Betrieb gehen. Nach einer Serie geplatzter Eröffnungstermine soll der Airport nun im Herbst 2020 eröffnet werden. Beim Stuttgarter Bahnprojekt steigen die Kosten, die Fertigstellung soll sich vom Jahr 2023 auf Ende 2024 verzögern.

Babiel forderte: „Statt auf Fach- und Teillosvergabe sollten wir bei Großprojekten künftig wieder verstärkt auf Generalunternehmer setzen“. Außerdem sollten Empfehlungen der „Reformkommission Bau von Großprojekten“ so schnell wie möglich umgesetzt werden. Dabei gehe es vor allem um eine bessere Bauvorbereitung und einen realistischeren Umgang mit Risiken.

Zum Bahnprojekt Stuttgart 21 sagte Babiel: „Es gibt verschiedene Probleme, etwa ein überzogener Artenschutz. Wir wollen schneller bauen, dürfen aber nicht, weil Eidechsen geschützt werden müssen. Die Gesetzgebung in Deutschland ist zu kompliziert. Wir müssen schneller und kostengünstiger bauen, mit weniger Regulierungen.“

Der Hauptverband rechne in diesem Jahr mit einem Umsatzwachstum von nominal 7 Prozent und real 4 Prozent. „Zum ersten Mal seit 2003 werden wir 2018 wieder mehr als 800 000 Beschäftigte in der Branche haben“, sagte Babiel. Ein Wachstumstreiber ist der stark gestiegene Wohnungsbau.

Wie in anderen Branchen sieht auch die Bauindustrie den Fachkräftemangel als großes Thema. „Wir haben einen eklatanten Nachholbedarf, Bauberufe müssen wieder attraktiver werden. Jedes Jahr gehen 15 000 Facharbeiter in die Rente, wir bilden aber pro Jahr nur 11 000 junge Leute aus. Wir finden einfach nicht genügend junge Leute.“ Ein Kapazitätsproblem habe der Bau aber noch nicht.

Der Bau leide immer noch unter dem schlechten Ruf aus der Zeit der Baukrise. „Wir müssen unser Image verbessern, das heißt, junge Leute aufklären, dass die Bauwirtschaft nicht nur sichere, sondern auch interessante, technisch anspruchsvolle Arbeitsplätze anbietet“, sagte Babiel: „Da gibt wir es sicher Versäumnisse. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen.“

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ihre Ansprechpartnerin: Sandra Ketterer, Tel. 030-2852-31370 Die Schlagzeilen: - Terrorverfahren bei Bundesanwaltschaft fast verfünffacht ...

23.12.2017

Wer sein Geld in der Kryptowährung Bitcoin angelegt hat, konnte zuletzt von immensen Kurssprüngen profitieren. Doch die Anleger nehmen ein hohes Risiko in Kauf.

23.12.2017

Bei Wien stoßen zwei Personenzüge aneinander, in der Nähe von Madrid kann eine doppelstöckige S-Bahn am Endbahnhof nicht rechtzeitig bremsen und kracht gegen einen Sicherheitsprellbock am Bahnsteigende. Die Unfallursachen sind in beiden Fällen unklar.

23.12.2017
Anzeige