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Berlin-Tegel-Sanierung würde eine Milliarde kosten

Unwirtschaftlich, sagt Chef Berlin-Tegel-Sanierung würde eine Milliarde kosten

Per Volksentscheid können die Berliner darüber abstimmen, ob der Flughafen Tegel auch parallel zum Pannenflughafen BER noch geöffnet haben soll. Doch der Flughafenchef warnt vor dem alten City-Airport.

Der Streit um den Weiterbetrieb des Flughafens Berlin-Tegel geht weiter.

Quelle: Jan Woitas

Berlin. Ein dauerhafter Betrieb des Berliner Flughafens Tegel auch nach der Eröffnung des geplanten Hauptstadtairports BER wäre aus Sicht des Flughafenchefs wegen hoher Sanierungskosten unwirtschaftlich.

„Eine dann notwendige Grundsanierung würde mehr als eine Milliarde Euro kosten“, sagte Engelbert Lütke-Daldrup bei einem Rundgang auf dem City-Airport aus den 1970er Jahren.

„Allein für die Gebäude wären 550 Millionen Euro fällig, 350 Millionen Euro für die Erneuerung der Verkehrswege und 250 Millionen Euro für die Infrastruktur.“ Außerdem fielen bei einem Doppelbetrieb in Tegel und Schönefeld jährlich 100 bis 200 Millionen Euro Betriebskosten zusätzlich an.

Eine maßgeblich von der FDP getragene Volksinitiative hat einen Volksentscheid zum Weiterbetrieb erzwungen, bei dem die Berliner parallel zur Bundestagswahl am 24. September abstimmen können. Die Flughafengesellschaft ist wie die drei Eigentümer Berlin, Brandenburg und Bund für die Schließung von Tegel, wenn der Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld irgendwann eröffnet wird. „Wegen der geplanten Schließung haben wir Tegel jahrelang auf Verschleiß gefahren - das wird immer teurer und kritischer“, sagte Lütke-Daldrup. „Wir fahren aber Tegel bewusst weiter auf Verschleiß - bis zur BER-Eröffnung.“

Die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER ist seit fast sechs Jahren überfällig und bereits fünfmal verschoben worden. Inzwischen ist auch die geplante Eröffnung 2018 unsicher.

Tegel könne derzeit nur weiterlaufen, weil der Flughafen Bestandsschutz habe, erläuterte Lütke-Daldrup. „Die Sicherheitsanforderungen entsprechen dem Stand der Bauzeit vor mehr als 40 Jahren.“ So gebe es im Flughafen Tegel nur rund 4000 Sprinklerköpfe für den Brandschutz, in Schönefeld seien es dagegen nach den neuen Anforderungen etwa 78 000. „Bei einer Grundsanierung fällt der Bestandsschutz weg und dann müssten die Gebäude für die Anpassung an die neuen Standards bis auf den Rohbau entkernt werden.“

Als Beispiel verwies der Flughafenchef auf die Leitstelle des Airports, die bei Störungen von einer fehlenden Glühbirne bis hin zu Computer-Ausfällen mit Handwerkern für Abhilfe sorgt. Die Zahl der Störungsmeldungen ist in den vergangenen Jahren um ein Drittel auf mittlerweile 18 000 gestiegen. In der Leitstelle ist noch eine museal wirkende Schalttafel installiert. „Das ist Technik aus den 1960er Jahren, verbaut in den 70ern“, sagte Lütke-Daldrup.

dpa

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