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Wirtschaft im Rest der Welt Betreiber: Neuer Gotthard-Bahntunnel allein zu wenig
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11:18 24.05.2016
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Berlin

Der neue Eisenbahntunnel unter dem Gotthard-Massiv in der Schweiz wird seine Funktion als schnelle Nord-Süd-Achse nur schrittweise erfüllen.

Dafür fehlten noch wichtige Teilstücke auf dem Schienenkorridor von Rotterdam bis Genua, sagte der Leiter der Projektorganisation bei den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), Peter Jedelhauser, am Montag in Berlin. „Der Gotthard-Basistunnel ist absolut notwendig, aber nicht hinreichend“ für die angestrebte leistungsfähige Schienenverbindung von der Nordsee bis zum Mittelmeer.

Der neue Tunnel wird am 1. Juni feierlich eröffnet. Der regelmäßige Zugverkehr durch das Bauwerk soll am 11. Dezember aufgenommen werden. Die beiden Röhren sind je 57 Kilometer lang. Damit handelt es sich um den längste Eisenbahntunnel der Welt.

Der Gotthard-Basistunnel ist das Herzstück der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT). Ziel des Großprojekts ist es vor allem, bei der Alpenquerung mehr Güter auf der Schiene statt per Lastwagen zu transportieren.

Aber auch der Personenverkehr wird beschleunigt. So verkürzt sich die Fahrzeit von Zürich nach Mailand von vier auf drei Stunden. Von 2018 an soll es eine direkte Zugverbindung von Frankfurt am Main nach Mailand geben. Das sei so geplant, die nötigen Verträge aber noch nicht unterzeichnet, sagte Jedelhauser.

Für den mitteleuropäischen Nord-Süd-Korridor müssen in der Schweiz, Deutschland und Italien noch Bahntrassen gebaut werden. In der Schweiz ist das vor allem der Ceneri-Basistunnel im Tessin, der im Jahr 2020 den Abschnitt von Zürich nach Mailand komplettieren soll.

„In Deutschland sind die Planungen nicht erreicht worden, wir sind mit dem eigenen Zeitplan in Verzug“, sagte der zuständige Ministerialdirigent im Bundesverkehrsministerium, Hugo Gratza. Der Aus- und Neubau der Strecke Karlsruhe-Basel auf vier Spuren verzögere sich voraussichtlich bis 2035. Grund dafür sei eine umfangreiche Neuplanung nach Einsprüchen von Anwohnern wegen des Lärmschutzes.

dpa

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