Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Rest der Welt Betrug mit CO2-Rechten: Weiterer Verdächtiger festgenommen
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Betrug mit CO2-Rechten: Weiterer Verdächtiger festgenommen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:54 21.12.2015
Qualmenden Schornsteine in Frankfurt (Oder). Beim Verkauf von Luftverschmutzungsrechten werden offenbar Steuern in Millionenhöhe hinterzogen. Quelle: Patrick Pleul/symbol
Anzeige
Frankfurt

Im Skandal um Steuerbetrug beim Handel mit Luftverschmutzungsrechten ist ein weiterer Tatverdächtiger festgenommen worden.

Am vergangenen Mittwoch sei den Ermittlern am Flughafen Wien ein 55-jähriger Schweizer ins Netz gegangen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mit. Der Mann befinde sich derzeit in Wien in Auslieferungshaft.

Der Beschuldigte soll für den Aufbau und die Kontrolle eines komplexen internationalen Kontengeflechts mit mehreren Gesellschaften verantwortlich gewesen sein, das zur Umsatzsteuerhinterziehung genutzt worden sein soll. Er soll dabei von August 2009 bis April 2010 als Mitglied einer Bande für die Hinterziehung von 125 Millionen Euro Umsatzsteuer verantwortlich gewesen sein.

Bei dem betrügerischen Handel mit Luftverschmutzungsrechten (CO2-Zertifikate) wurden nach Erkenntnissen der Ermittler über deutsche Gesellschaften Emissionsrechte aus dem Ausland gekauft und im Inland über Zwischenfirmen weiterverkauft, ohne Umsatzsteuer zu bezahlen. Die jeweils letzte Gesellschaft in der Kette veräußerte die Papiere wieder ins Ausland. Dafür ließen sich die Betrüger vom Finanzamt Umsatzsteuer zurückerstatten, die nie gezahlt worden war.

Die Ermittlungen laufen seit Jahren. Gegen sieben derzeitige Mitarbeiter und einen ehemaligen Mitarbeiter der Deutschen Bank wurde Mitte August Anklage erhoben. Der Vorwurf: schwere bandenmäßige Steuerhinterziehung. In einem ersten Prozess 2011 war festgestellt worden, dass etliche Händler die schmutzigen Geschäfte über die Deutsche Bank abwickelten. Die Bank erklärte wiederholt, sie kooperiere mit den Ermittlern.


Mitteilung Generalstaatsanwaltschaft 29.9.2015
Mitteilung Generalstaatsanwaltschaft 13.8.2015
Mitteilung Generalstaatsanwaltschaft 2.4.2014
Mitteilung Generalstaatsanwaltschaft 12.12.2012
Mitteilung Generalstaatsanwaltschaft 21.12.2015

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Kleine und mittelgroße Unternehmen in Deutschland schneiden in einer Untersuchung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) im internationalen Vergleich schlechter ab, als die anderer Länder. Ein Grund dafür ist die mangelnde Forschungsförderung.

22.12.2015

Der milliardenschwere chinesische Staatsfonds CIC ist auf der Suche nach deutschen Investitionszielen. Wegen des schwachen Euros häufen sich Übernahmen von Firmen aus der Volksrepublik in Europa.

22.12.2015

Datenschutz wird in Deutschland großgeschrieben. Die Commerzbank wagt sich auf ein sensibles Feld und wertet Kundendaten gezielter aus. Das soll den Kunden dienen. Sorgen müsse sich keiner machen, versichert das Institut.

21.12.2015
Anzeige