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Wirtschaft im Rest der Welt Bis zu 10.000 Euro Umtauschprämie für alte Diesel
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Bis zu 10.000 Euro Umtauschprämie für alte Diesel
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11:16 30.09.2018
Die Autobauer haben eine hohe Umtauschprämie für alte Dieselfahrzeuge angekündigt. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Berlin

Gute Nachrichten für Dieselfahrer: Einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge bieten die Autobauer eine Umtauschprämie von bis zu 10.000 Euro für alte Dieselfahrzeuge an. Autos mit den Abgasnormen Euro 4 und 5 können demnach gegen moderne Diesel oder Benziner eingetauscht werden. In der Höhe der Umtauschprämie unterscheiden gebe es aber Unterschiede zwischen den Konzernen: Volkswagen zahle zwischen 4000 und 10.000 Euro, Daimler zwischen 3000 und 10.000 Euro und BMW pauschal 6000 Euro.

Das Angebot richte sich laut Zeitungsbericht allerdings nicht an alle Dieselfahrer, sondern gelte nur in 14 deutschen Städte, die besonders von der Abgasbelastung betroffen sind. Darunter sind etwa München, Hamburg und Düsseldorf. Dieselfahrer aus Berlin oder Frankfurt am Main hätten dagegen keinen Anspruch auf die Umtauschprämie.

Regierung arbeitet an flächendeckendem Konzept

Die Regierung jedoch arbeitet an einem Konzept, das alle Dieselfahrer mit einbezieht. Mit Blick auf die geplanten Umtauschprämien, um ältere Diesel durch sauberere Wagen zu ersetzen, teilte das Verkehrsministerium am Sonntag mit: „Es wird an einer Lösung gearbeitet, die nicht nur auf wenige betroffene Städte ausgerichtet ist.“ Eine Ministeriumssprecherin sagte weiter: „Wir werden bis Montag einen Weg für eine größere Flächenwirkung für die Entlastung in der Diesel-Thematik finden.“ Dann wollen die Spitzen von Union und SPD das Gesamtkonzept im Koalitionsausschuss beschließen. Offene Fragen gab es daneben unter anderem auch noch bei Hardware-Nachrüstungen.

Audi arbeitet an Aufklärung des Dieselskandals

Während die Verhandlungen in der Dieseldebatte auf Regierungsebene bereits am Montag weitergehen, dauert die Aufarbeitung des Diesel-Skandals bei Audi länger als gedacht. „Die Diesel-Taskforce gibt es immer noch“, sagte Entwicklungsvorstand Peter Mertens dem Branchenblatt „Automobilwoche“. Der inhaftierte und beurlaubte Audi-Chef Rupert Stadler hatte im Dezember 2017 angekündigt, die Taskforce werde bald aufgelöst. „Im ersten Quartal 2018 sind voraussichtlich alle Motor/Getriebe-Kombinationen geprüft“, hatte er damals gesagt.

Mertens sagte nun: „Anfang Juli haben wir ein wichtiges Etappenziel in der Aufarbeitung der Dieselkrise erreicht. Wir haben die internen technischen Analysen unserer VTDI-Motoren abgeschlossen.“ Die Taskforce war im September 2015 nach der Entdeckung des Dieselskandals bei der Audi-Mutter Volkswagen gegründet worden. Mertens betonte, der Autobauer habe „gravierende organisatorische Änderungen“ vorgenommen, damit ein solcher Skandal nie wieder vorkomme.

Sinkende Nachfrage nach betroffenen Audi-Modellen

Der VW-Aufsichtsrat hatte am Freitag eine Entscheidung über Stadlers Zukunft vertagt und will an diesem Dienstag weiter diskutieren. Die Ermittlungsbehörden werfen dem Audi-Chef vor, nach Bekanntwerden der Abgasbetrügereien den Verkauf von Dieselautos mit falschen Abgaswerten zugelassen zu haben. Dabei habe er von den Manipulationen gewusst oder sie bewusst ignoriert. Derzeit leitet Vertriebsvorstand Bram Schot das Unternehmen als kommissarischer Vorstandschef.

Wegen der Umstellung auf den neuen Abgas- und Verbrauchsprüfstandard WLTP gebe es Produktionsausfälle bei Audi, sagte Schot der „Heilbronner Stimme“. Grundsätzlich sehe er eine sinkende Nachfrage nach Limousinen wie den Audimodellen A6, A7 und A8, die in Neckarsulm produziert werden. „Das Segment an sich ist schwierig“, sagte er. Schot setzt auf Elektromobilität. Für den e-tron, das erste Audi-Elektroauto, lägen bereits 15.000 Reservierungen vor.

Lesen Sie auch: Die letze Runde im Dieselpoker hat begonnen

Von RND/dpa/lf

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