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Boeing und Airbus sehen weiteren Flugzeug-Boom

Boeing und Airbus sehen weiteren Flugzeug-Boom

Die Flugzeugbauer Boeing und Airbus sammeln auf der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough Aufträge ein. Doch in ihren Orderbüchern ist noch viel Platz. Nun hoffen die Konzerne auf einen langen Flugzeug-Boom.

Farnborough (dpa)- Die Flugzeugbauer Boeing und Airbus stecken auch zum Start der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough in einer Auftragsflaute fest. Am ersten Messetag hielten sich Aufsehen erregende Großaufträge in Grenzen.

So orderte der britische Milliardär Richard Branson mit seiner Fluggesellschaft Virgin Atlantic zwölf Airbus-Jets vom Typ A350-1000, um mit den Maschinen deutlich größere Boeing-Jumbos zu ersetzen. Boeing sammelte vor allem Vorverträge von Fluglinien aus China ein.

Die Aktien von Boeing und Airbus reagierten positiv auf die Nachrichten. Der Kurs der Airbus-Papiere legte bis zum Nachmittag rund 2,5 Prozent zu. Für die Anteilsscheine von Boeing ging es im New Yorker Frühhandel um 1,39 Prozent nach oben.

Im ersten Halbjahr hat Airbus bislang lediglich Bestellungen für 183 Verkehrsflugzeuge eingesammelt, Boeing kam bis Anfang Juli auf 288 georderte Maschinen. Das entspricht weit weniger als der Hälfte der geplanten Jahresproduktion der Hersteller. Airbus liegt noch stärker zurück. Dennoch rechnet das Management in den nächsten 20 Jahren mit einer weiter boomenden Flugzeugnachfrage. Weil sich immer mehr Menschen Flugreisen leisten können, dürfte sich die Zahl der Passagier- und Frachtjets bis zum Jahr 2035 weltweit verdoppeln, sagte Boeing-Marketingmanager Randy Tinseth.

Boeing zufolge werden binnen der nächsten 20 Jahre rund 39 600 neue Flugzeuge benötigt - vier Prozent mehr als 2015 vorausgesagt. Airbus geht von einem geringeren Bedarf von gut 33 000 Flugzeugen mit mehr als 100 Sitzplätzen aus - liegt bei seinen Prognosen aber schon länger unter denen von Boeing. Besonders unterschiedlich schätzen die Hersteller die Zukunft ihrer ganz großen Maschinen ein - dem doppelstöckigen Airbus A380 und dem Jumbo-Jet Boeing 747-8. Boeing erwartet, dass binnen 20 Jahren nur 530 Maschinen dieser Größe benötigt werden. Airbus sagt mit 1480 Exemplaren fast dreimal so viel voraus. Beide ringen seit Jahren um Bestellungen für ihre größten Flugzeugtypen.

Der Großteil des Bedarfs dürfte laut beiden Hersteller auf Mittelstreckenjets wie den Airbus A320neo und die Boeing 737-MAX entfallen. An deren Markt rücken jetzt der kanadische Regionaljethersteller Bombardier mit seiner C-Serie und sein brasilianischer Rivale mit seinem E2-Jet heran. Beide Jets verwenden fast den gleichen Triebwerkstyp, wie er bei der auf Spritsparen getrimmten A320neo zum Einsatz kommt. Der Embraer-Flieger ist in Farnborough erstmals auf einer großen Messe zu sehen.

Im Langstreckengeschäft ging der Trend zuletzt hin zu mittelgroßen Jets mit zwei Triebwerken wie Boeings 787 „Dreamliner“, dem langjährigen Verkaufsschlager 777 und dem Airbus A350, die sich auch auf weniger gefragten Strecken rentabel einsetzen lassen.

Bei Virgins Kauf der A350-1000 geht es um die Langversion von Airbus' jüngstem Langstreckenmodell. Laut Preisliste haben die zwölf Maschinen einen Gesamtwert von 4,3 Milliarden Dollar (3,9 Mrd Euro). Allerdings sind bei Flugzeugkäufen hohe Rabatte üblich. Vier der zwölf Jets will Virgin Atlantic beim Flugzeugfinanzierer ALC leasen, der für ungenannte Kunden zudem drei Airbus A350-900 sowie einen Mittelstreckenjet vom Typ A321 orderte.

Zittern muss Airbus weiter um Virgins Auftrag über sechs Exemplare des Riesenjets A380. „Wir denken weiter daran, die A380 irgendwann einzusetzen“, sagte Craig Kreeger, der Virgin Atlantics Geschäfte führt. Zunächst behalte er aber lediglich die sechs Kaufoptionen.

Boeing meldete derweil neue Vorverträge mit Kunden aus China. So stellte Donghai Airlines den Kauf von fünf „Dreamliner“-Jets in der Version 787-9 in Aussicht. Hinzu kommen 25 Exemplare der 737-MAX-8. Die zu China Southern Airlines gehörende Fluggesellschaft Xiamen kündigte den Kauf von bis zu 30 Mittelstreckenjets in der Billigflieger-Version 737-MAX-200 an. Laut Preisliste hätten die China-Aufträge einen Gesamtwert von 7,4 Milliarden Dollar. Ein Festauftrag kam von der britischen Bank Standard Chartered: Sie orderte für Kunden zehn Boeing 737 im Wert von knapp einer Milliarde Dollar.

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