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Wirtschaft im Rest der Welt Bundesagentur erwartet Überschuss von 5,5 Milliarden Euro
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13:52 30.12.2017
Arbeitssuchende in Duisburg: Die Bundesagentur für Arbeit macht Milliardenüberschüsse. Quelle: Martin Gerten
Nürnberg

Die stabile Konjunktur hat der Bundesagentur für Arbeit (BA) erneut einen milliardenschweren Überschuss beschert. Mit 5,5 Milliarden Euro liegt er aktuell rund 700 Millionen Euro über Schätzungen von Anfang November.

Ursprünglich war der BA-Vorstand sogar nur von einem Überschuss von 1,5 Milliarden Euro ausgegangen, er hatte diesen Wert allerdings bald schon korrigiert.

Hauptgrund für den „gehörigen Jahresüberschuss“ ist neben der wachsenden Zahl von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auch die sinkende Arbeitslosigkeit, sagte der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, der Deutschen Presse-Agentur. Auch der „Spiegel“ berichtete von dem Überschuss,

Damit wachsen auch die Rücklagen der Bundesagentur für Notzeiten deutlich schneller als erwartet - nämlich auf nun 17,0 Milliarden Euro. Mit dem für 2018 erwarteten Überschuss von mehr als zwei Milliarden Euro würde er Ende nächstes Jahres mit voraussichtlich 19,7 Milliarden Euro nahe an die Grenze von 20 Milliarden heranreichen, ab der auch die BA eine Beitragssenkung für sinnvoll hält. Bisher war die Bundesagentur immer davon ausgegangen, dass die 20-Milliarden-Grenze nicht vor 2019 erreicht wird.

„Wir stellen uns auf eine Beitragssenkung ein. Das haben wir schon die ganze Zeit gesagt“, betonte Scheele. Zugleich sollte es nach seiner Ansicht aber einen Mechanismus geben, der in schwierigen Zeiten eine Beitragsanhebung wieder ermöglicht. „Wir sind mit einer Beitragssenkung einverstanden. Es wäre aber schön, Einvernehmen zu erzielen, wann es wieder anders wird.“

Der Steuerzahlerbund und Wirtschaftsverbände fordern schon länger eine Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung um 0,3 Punkte auf dann 2,7 Prozent des Bruttolohns. Die „Wirtschaftsweisen“ haben sich für eine noch stärkere Senkung ausgesprochen.

Im Kampf gegen den Fachkräftemangel setzt der BA-Chef neben der Anwerbung von Zuwanderern auch auf bessere Berufsberatung junger Menschen. „Am Übergang von Schule und Beruf gehen uns noch immer zu viele verloren“, beklagte Scheele in einem Interview der Deutschen Presseagentur. Diese jungen Menschen fehlten später als Fachkräfte.

Um zu verhindern, dass Jugendliche ihre Lehre oder ihr Studium abbrechen und ohne Ausbildung blieben, muss Scheeles Ansicht nach das System der Berufsorientierung verbessert und ausgebaut werden.

Konkret kündigte er von 2019 an eine gezieltere Berufsberatung in den Schulen an. „Wir probieren das im Moment an drei Standorten aus. „Dabei schauen wir, ob wir Abiturienten gezielter mit weniger Verlusten durch Abbrüche auch auf eine duale Ausbildung in einem Betrieb hin orientieren können“, sagte Scheele.

Es gehe nicht darum, den Schülern ein Studium auszureden, machte Scheele deutlich. „Aber wir machen auch klar, dass eine duale Ausbildung keine Sackgasse ist.“ Immerhin sei die Abbrecherquote bei Bachelor-Studiengängen an den Fachhochschulen sehr hoch.

Zugleich machte Scheele deutlich: „Ohne die Anwerbung von Arbeitskräften aus Drittstaaten wird es nicht gehen. Das muss man eindeutig für die nächsten Jahre sagen.“ Dazu brauche es aber ein Zuwanderungsgesetz, das bestehende Regelungen sinnvoll zusammenfasst und damit verständlicher werde, sagte Scheele.

Arbeitsmigranten müssten aber verpflichtet werden, bereits in ihrem Heimatland Deutsch zu lernen. Eine zentrale Anerkennungsstelle in Deutschland sollte bei reglementierten Berufen wie etwa im Pflegebereich die Berufsabschlüsse der Zuwanderungsinteressenten prüfen. Auch sollten sie eine Arbeitsplatzzusage aus Deutschland haben, bevor sie ein Visum erhalten.

Potenzial zur Linderung des Fachkräftemangels sieht Scheele auch in Langzeitarbeitslosen zwischen 25 und 45 Jahren. Konkret bedeute das, diesen die Chance zu geben, auch im Erwachsenenalter einen Berufsabschluss zu erwerben oder sich fortzubilden. Das Problem sei derzeit allerdings, dass den Jobcentern dafür das Geld fehle.

dpa

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