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Bundesagentur sieht kaum noch Chancen für Jobaufschwung 2013

Nürnberg Bundesagentur sieht kaum noch Chancen für Jobaufschwung 2013

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) sieht kaum noch Chancen auf einen Jobaufschwung in diesem Jahr. Zwar rechnet BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise mit einer leichten Aufhellung des Arbeitsmarktes in der zweiten Jahreshälfte.

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Geringes Wirtschaftswachstum und das späte Frühjahr - beide Faktoren wirken weiter nach und sorgen auch im Juni für eine schwächere Arbeitsmarktentwicklung. Foto: Paul Zinken/Archiv

Nürnberg. Im Jahresschnitt geht er aber inzwischen von einer Arbeitslosenzahl über dem Vorjahresniveau von 2,897 Millionen aus. „Der Arbeitsmarkt hat sich im ersten Halbjahr so schlecht entwickelt, dass er das im zweiten Halbjahr nicht aufholen wird“, sagte Weise am Donnerstag in Nürnberg.

Im Juni hatte die verspätete Frühjahrsbelebung für einen leichten Schub auf dem Arbeitsmarkt gesorgt. Nach Angaben der BA waren zuletzt 2,865 Millionen Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das sind zwar 72 000 weniger als im Mai, aber 56 000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ging zum Vormonat um 0,2 Punkte auf 6,6 Prozent zurück.

Weise betonte, der deutsche Arbeitsmarkt zeige sich weiter robust, habe aber im Juni von Nachholeffekten aus dem kalten und regnerischen Frühjahr profitiert. Viele Unternehmen hätten Einstellungen wegen des schlechten Wetters zunächst zurückgestellt. „Man könnte fast sagen: Das Frühjahr hat sich in den Sommer geschoben“, erläuterte Weise.

Als Beleg für die Robustheit des Arbeitsmarktes sieht er unter anderem die große Zahl offener Stellen - mit 437 000 lag sie allerdings um 62 000 niedriger als im Jahr zuvor. Doch es entstünden noch immer neue Arbeitsplätze, wie die Erwerbstätigenstatistik zeige. Danach gab es zuletzt im Mai 41,84 Millionen Beschäftigte in Deutschland - 246 000 mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg im April verglichen mit dem Vorjahr um 373 000 auf 29,21 Millionen. Von den neuen Stellen profitierten überproportional stark junge, gut ausgebildete Zuwanderer, hieß es.

Die jüngste Hochwasserkatastrophe hat in mehreren Bundesländern die Nachfrage nach Kurzarbeitergeld leicht steigen lassen. Vor allem hochwassergeschädigte Unternehmen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern nutzten derzeit Kurzarbeit, um flutbedingte Produktionsstopps ohne Entlassungen zu überbrücken, berichtete BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht den Arbeitsmarkt weiterhin in guter Verfassung. „Der deutsche Arbeitsmarkt ist gut durch die schwierige konjunkturelle Phase gekommen, er ist gut durch den langen harten Winter gekommen“ und habe „die verhaltenen Frühjahrsimpulse gut weggesteckt“, sagte die Ministerin am Donnerstag in Berlin.

Vom robusten deutschen Arbeitsmarkt profitieren nach Einschätzung von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt vor allem junge Menschen. „Im EU-Vergleich haben Jugendliche in Deutschland das geringste Risiko, arbeitslos zu werden.“ Hauptgrund sei das duale Bildungssystem.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zeigte sich über die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa besorgt. „Während der deutsche Arbeitsmarkt gerade im europäischen Vergleich robust dasteht, blicken insbesondere die Jugendlichen in Südeuropa in eine düstere Zukunft“, betonte DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki.

SPD-Bundestagsfraktionsvize Hubertus Heil sieht beim Blick auf die aktuellen Zahlen bereits „die Warnlampen blinken“. Die kritische europäische Lage schlage auf den deutschen Arbeitsmarkt durch.

Die Linkspartei im Bundestag kritisierte, es gebe noch immer zu viele Beschäftigte, die als sogenannte Hartz-IV-Aufstocker von ihrem Lohn allein nicht leben könnten. In den Augen der Grünen im Bundestag zeigen die Zahlen, dass Arbeitslose abgehängt werden.

dpa

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