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Wirtschaft im Rest der Welt Bundesbank: Ausstieg aus ultralockerer Geldpolitik angehen
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Bundesbank: Ausstieg aus ultralockerer Geldpolitik angehen
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00:32 07.07.2017
Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank, vor der Zentrale des Finanzinstituts in Frankfurt. Quelle: Arne Dedert
Frankfurt/Wien

Ein Ende der Politik des billigen Geldes ist nach Ansicht von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann greifbar. „Die andauernde Wirtschaftserholung öffnet nun die Perspektive für eine geldpolitische Normalisierung“, sagte Weidmann laut Redetext am Donnerstagabend in Wien.

„Dabei geht es nicht um eine Vollbremsung (...), sondern darum, den Fuß etwas vom Gas zu nehmen“, sagte Weidmann. „Zeitpunkt und Tempo der geldpolitischen Normalisierung hängen davon ab, inwieweit der Preisanstieg nachhaltig und selbsttragend ist.“

Mit viel billigem Geld versucht die Europäische Zentralbank (EZB) seit Jahren, der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen und zugleich die Teuerung anzuheizen. Angestrebt wird Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent - weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben - das würde die Konjunktur abwürgen.

Nach bisherigen Plänen will die EZB bis mindestens Ende 2017 an ihrem milliardenschweren Kaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen festhalten. Erst danach ist mit steigenden Zinsen zu rechnen. Derzeit liegt der Leitzins im Euroraum bei null Prozent.

Noch sei „eine expansive Geldpolitik gerechtfertigt, um die wirtschaftliche Erholung und damit den Preisauftrieb im Euroraum zu stützen“, sagte Weidmann. Es gebe im EZB-Rat jedoch „unterschiedliche Sichtweisen darüber, wie stark wir geldpolitisch Gas geben müssen und welche Instrumente wir einsetzen sollen“.

Der Bundesbank-Präsident bekräftigte: „Für die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik jedenfalls ist es entscheidend, dass die expansive Geldpolitik beendet wird, wenn dies aus Sicht der Preisstabilität notwendig ist.“

dpa

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