Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Rest der Welt Bundesbank untersucht den ultraschnellen Börsenhandel
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Bundesbank untersucht den ultraschnellen Börsenhandel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:35 25.10.2016
Anzeige
Frankfurt/Main

Die Bundesbank blickt skeptisch auf den ultraschnellen computergesteuerten Handel an den Börsen. Es gebe Anzeichen dafür, dass der sogenannte Hochfrequenzhandel Trends in turbulenten Zeiten verstärke, heißt es in dem Monatsbericht der Notenbanker.

Einige Hochfrequenzhändler seien in kritischen Zeiten besonders aktiv und trieben den Markt damit in eine bestimmte Richtung. Andere „Turbohändler“, die in ruhigen Zeiten den Markt mit hohen Umsätzen belebten, zögen sich hingegen zurück. Damit fielen sie als stabilisierender Faktor in kritischen Momenten aus.

Damit zieht die Bundesbank ein wichtiges Argument der Branche in Zweifel, wonach „Turbohändler“ die Märkte immer mit genügend Liquidität versorgten, um damit auch anderen die schnelle Ausführung von Aufträgen zu fairen Kursen zu erlauben. „Turbohandel“ betreiben unter anderem Banken und Investmentfonds.

Ein pauschales Urteil zu den Auswirkungen sei aber nicht angemessen, betonten die Bundesbank-Experten. So leisteten Hochfrequenzhändler in einem ruhigen Marktumfeld einen bedeutenden Beitrag dazu, dass die Märkte liefen.

Dennoch sollten Möglichkeiten zur Verlangsamung des Handels geprüft werden, um Wettbewerbsnachteile für andere Händler auszugleichen, argumentiert die Notenbank. Dadurch könne auch das für den „volkswirtschaftlichen Nutzen zweifelhafte technologische Wettrüsten“ an den Börsenplätzen reduziert werden.

Die Studie der Bundesbank ist nach eigenen Angaben die erste genaue Untersuchung über den Hochfrequenzhandel in Deutschland. Dazu analysierten Forscher Millionen Daten aus zwei Handelswochen an der Terminbörse Eurex im Jahr 2014.

Im Hochfrequenzhandel wird versucht, in Bruchteilen von Sekunden möglichst viele Geschäfte abzuschließen und daraus Vorteile zu ziehen. Das Modell steht nach einigen nicht erklärbaren Kursturbulenzen in der Vergangenheit in der Kritik. Rund die Hälfte des Gesamthandels in den wichtigsten Börsensegmenten wird inzwischen diesem „Turbohandel“ zugeschrieben.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Düsseldorfer Flughafen ist vermutlich Reizgas ausgetreten. Beschäftigte und Reisende klagten über Augenreizungen und einen unangenehmen Geruch, sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

24.10.2016

Die große Koalition will den notleidenden Milchbauern unter die Arme greifen. Union und SPD haben sich auf ein Maßnahmenpaket verständigt, das noch in diesem Jahr ...

24.10.2016

Die Übernahme von Time Warner durch AT&T ist ein Megadeal, der die amerikanische Medienbranche umkrempeln kann. Das dürfte die Regulierer zu einer sehr gründlichen Überprüfung veranlassen. Selbst im Präsidentschafts-Wahlkampf spielt das Thema eine Rolle.

25.10.2016
Anzeige