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Wirtschaft im Rest der Welt Camping-Boom treibt Preise bei Reisemobilen
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09:42 08.07.2017
Eine Frau reinigt Wohnmobile. Quelle: Ina Fassbender/illustration
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Frankfurt/Stuttgart

Camping ist beliebt wie nie, das heizt auch die Nachfrage nach Reisemobilen und Caravans in Deutschland an. Weil die Anschaffungskosten für Neufahrzeuge hoch sind, setzen viele Kunden vor allem zum Einstieg auf Gebrauchte - doch auch da kommen sie meist nicht gerade billig weg.

„Aktuell sehen wir, dass die Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt recht hoch sind“, sagte Daniel Rätz vom Caravaning Industrie Verbandes (CIVD) der Deutschen Presse-Agentur. So müssten die Käufer auch für etwa acht Jahre alte Modelle noch 60 bis 70 Prozent des Neupreises einkalkulieren.

Das hat mehrere Gründe: Schon immer zeigten sich die auf Nutzfahrzeug-Basis aufgebauten Reisemobile vergleichsweise wertstabil, weil sie auf höhere Kilometerleistungen und eine längere Lebensdauer ausgelegt sind, wie Rätz erklärt. Außerdem hat die Innenausstattung wie Koch- und Schlafgelegenheiten, Schränke oder Dusche und WC einen höheren Anteil am Wert des Fahrzeugs - und werde von den Besitzern oft sehr pfleglich behandelt, betont Oliver Waidelich, Geschäftsführer des Deutschen Caravaning Handels-Verbandes. Deshalb müssten sie kaum größeren Verschleiß und damit Wertverlust befürchten.

Hinzu komme das aktuell enge Angebot: „Leute, die ein Fahrzeug haben, wollen es nutzen und verkaufen es nicht“, berichtet Rätz. „Der Gebrauchtwagenmarkt ist leer, jedes Fahrzeug, das auf den Markt kommt, ist sofort weg.“ Das bestätigt auch Waidelich: „Selbst die Händler suchen händeringend Gebrauchtfahrzeuge.“ Weil aber auch das Neuwagengeschäft boomt, könnten die Händler das mangelnde Angebot an Gebrauchten „auf jeden Fall kompensieren.“

Das zeigt sich auch an den Zahlen: In den ersten fünf Monaten dieses Jahres wechselten nach Angaben des Verbandes 56 500 gebrauchte Reisemobile und Wohnwagen in Deutschland den Besitzer, das waren 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr. 2015 war die Wachstumsrate in dem Fünf-Monats-Zeitraum noch deutlich höher, auch ein Indiz dafür, dass schlicht weniger Fahrzeuge zum Verkauf stehen.

Von der Diskussion um Diesel-Fahrverbote in Städten spürt die Branche bisher noch wenig. „Was ich aus den Gesprächen mit den Händlern höre, entscheidet das nicht über den Kauf oder Nicht-Kauf der Fahrzeuge“, berichtet Waidelich. Zumal etwaige Fahrverbote eher nur zeitlich oder örtlich begrenzt verhängt werden dürften.

Rätz verweist zudem darauf, dass Reisemobile ab etwa Baujahr 2015 vielfach die Euro-6-Norm erfüllten, bei der Verbote kein Thema werden dürften. Auch lenkten viele Besitzer die großen Fahrzeuge nur ungern durch die engen Straßen der Innenstädte und stellten sie stattdessen lieber in ruhigeren Randlagen ab - um dann bei Bedarf mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihrem Fahrzeug zu pendeln.

dpa

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