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China-Konferenz macht sich für engere Beziehungen stark

Neue Tonlage China-Konferenz macht sich für engere Beziehungen stark

Die Hamburger Konferenz „China meets Europe“ ist die erste Begegnung hochrangiger Vertreter aus Politik und Wirtschaft beider Partner nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. Doch von Trump ist weniger die Rede als von Helmut Schmidt.

Hamburgs Regierungschef Olaf Scholz (links) und Altkanzler Gerhard Schröder bei der Eröffnung der China-Konferenz in Hamburg.

Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert

Hamburg. Ein Mann wurde in jeder der Reden zum Auftakt der China-Konferenz „China meets Europe“ in der Handelskammer Hamburg aherausgehoben: Der vor einem Jahr gestorbene Helmut Schmidt, mehrmaliger Teilnehmer und Ehrenpräsident der Vorläuferveranstaltungen.

So würdigte zum Beispiel Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz den Ex-Bundeskanzler Schmidt als einen der ersten, der schon in den 70er Jahren erkannt habe, welche wirtschaftliche Rolle China einmal spielen würde. Heute sei Deutschland der wichtigste Handelspartner Chinas in Europa und ein Drittel des Containerumschlags im Hamburger Hafen komme aus den Handelsbeziehungen mit China.

Damit hatte Scholz die Tonlage vorgegeben. Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder, Nachfolger Schmidts als Ehrenpräsident der Konferenz, sprach sich für vertiefte Beziehungen zwischen Deutschland und China aus und setzte sich vom SPD-Vorsitzenden und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel ab. „Wir sollten keine defensive Haltung einnehmen zu chinesischen Investments in Deutschland“, sagte Schröder. Deutschland habe sich für Kooperation statt Konfrontation in den Beziehungen zu China entschieden und in seiner Amtszeit mit dem Aufbau einer strategischen Partnerschaft begonnen. Diese Partnerschaft gelte es zu vertiefen - politisch, kulturell und ökonomisch.

Gabriel hatte bei einer China-Reise vor einigen Tagen vor allem den unzureichenden Zugang zum chinesischen Markt für europäische Unternehmen kritisiert. Die Gabriel-Kritik wurde in Hamburg nicht aufgegriffen.

Auch die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten und seine angekündigte Aufkündigung des transpazifischen Freihandelsabkommens TPP war den meisten Rednern keine Erwähnung wert. Es blieb dem ehemaligen australischen Premierminister Kevin Rudd vorbehalten, die außen- und wirtschaftspolitischen Vorstellungen Trumps zu benennen. Er wolle das nicht im einzelnen bewerten, sagte Rudd. „Aber das ist kein kleines Ereignis, sondern ein fundamentaler Wandel.“ Der Investmentbanker Victor L.L. Chu aus Hongkong sah gar ein goldenes Zeitalter in den europäisch-chinesisch Beziehungen heraufziehen, weil sich die USA mehr auf ihre inneren Angelegenheiten konzentrieren werde und damit Räume im globalen Handel frei mache.

Die Redner hoben die engen Verflechtungen zwischen China und Europa hervor. „Chinas Probleme sind unsere Probleme und umgekehrt“, sagte der Präses der Handelskammer Hamburg, Fritz Horst Melsheimer. Ähnlich Schröder: „Kein Land kann die künftigen Herausforderungen allein bewältigen.“ Nötig seien ein intensiverer technologischer Austausch und eine engere Zusammenarbeit bei  Bildung und Forschung. 

dpa

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