Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Rest der Welt Chinas Wirtschaft wächst im ersten Halbjahr um 6,7 Prozent
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Chinas Wirtschaft wächst im ersten Halbjahr um 6,7 Prozent
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:48 17.07.2016
Anzeige
Peking

Chinas Wirtschaft ist im zweiten Quartal des Jahres um 6,7 Prozent gewachsen. Das Wachstum fiel damit genauso groß aus wie bereits im ersten Quartal des Jahres, berichtet das Pekinger Statistikamt.

Die jüngsten Zahlen übertrafen leicht die Erwartungen von Analysten, die im Durchschnitt mit einem Zuwachs von 6,6 Prozent gerechnet hatten.

Wirtschaftsexperten zweifelten jedoch trotz der Stabilisierung die Nachhaltigkeit des Wachstums an. „Das Ergebnis wurde fast ausschließlich durch eine rapide Ausweitung von Krediten erreicht“, sagte Christopher Balding von der HSBC Business School in Shenzhen.

Laut Zahlen vom Freitag, weitete sich die Kreditvergabe allein im Juni um 104 Milliarden Yuan oder umgerechnet 14 Milliarden Euro im vergleich zum Vorjahreszeitraum aus.​

Der Ökonom fürchtet, dass vor allem die steigende Schuldenlast der unproduktiven Staatsbetriebe den Geldinstituten des Landes ersthafte Probleme bereiten wird. Wegen der rasant steigenden Zahl fauler Kredite stehe dem Sektor eine „schmerzhafte“ Entwicklung bevor, die dazu führen werde, dass Peking Banken helfen müsse. 

In einer Bloomberg-Befragung gaben kürzlich neun von 15 Analysten großer Bankhäuser an, Chinas Regierung werde innerhalb der kommenden zwei Jahre dazu gezwungen sein, die Geldinstitute des Landes zu rekapitalisieren. Die Kosten der gewaltigen Rettungsaktion würde demnach 500 Milliarden Dollar überschreiten. Die Zahl der faulen Kredite in Chinas Banken stieg laut Zahlen von Anfang Juli in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 40 Prozent auf rund 210 Milliarden Dollar, oder 1,75 Prozent des gesamten Kreditvolumens.

Nach einer Stabilisierung im Frühjahr sorgte zuletzt eine ganze Reihe schwächere Daten erneut für Ernüchterung in Chinas Wirtschaft. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) des Wirtschaftsmagazins „Caixin“ für das herstellende Gewerbe fiel so im Juni so schnell wie seit vier Monaten nicht mehr auf 48,6 Punkte. Es war mit einem Minus von 0,6 Punkten gegenüber dem Vormonat der dritte monatliche Rückgang in Folge. Unterhalb der kritischen Grenze von 50 ist beim Einkaufsmanagerindex von einer Kontraktion der Produktionstätigkeit auszugehen, darüber von einer Expansion.

Auch der Außenhandel der zweitgrößten Volkswirtschaft hat sich zuletzt durchwachsen entwickelt. Zwar stiegen in der Landeswährung Renminbi berechneten Ausfuhren den vierten Monat in Folge, wie aus Regierungszahlen vom Mittwoch hervorgeht. In Dollar gerechnet fielen die Exporte aber weiter zurück. Die Einfuhren, ein Indikator für die Stärke der Binnenwirtschaft, entwickelten sich schwach.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Smartphone-Spiel „Pokémon Go“ sehen Handelsverbände neue Geschäftschancen für Ladenbesitzer in der realen Welt.

15.07.2016

Tesla scheint einen Unfall weniger mit seinem umstrittenen Fahrassistenten „Autopilot“ gehabt zu haben als zuletzt gedacht.

15.07.2016

Die Rekordjagd an der Wall Street hält an - auch dank guter Geschäftszahlen der amerikanischen Großbank JPMorgan.

14.07.2016
Anzeige