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Commerzbank mit Millionenverlust

Stellenabbau belastet Commerzbank mit Millionenverlust

Die Commerzbank will die Kosten senken. Tausende Stellen werden gestrichen. Das kostet zunächst einmal viel Geld. Das Institut ist trotz roter Zahlen zuversichtlich.

Die teilverstaatlichte Commerzbank hatte im Herbst angekündigt, bis zum Jahr 2020 insgesamt 9600 Vollzeitstellen zu streichen, gleichzeitig sollen rund 2300 neue entstehen.

Quelle: Frank Rumpenhorst

Frankfurt/Main. Der Abbau Tausender Stellen und Kosten für die Anwerbung neuer Kunden haben ein tiefes Loch in die Quartalsbilanz der Commerzbank gerissen.

Weit mehr als eine halbe Milliarde Euro betrug der Verlust im zweiten Quartal. Das Minus fiel noch größer aus als erwartet. Dennoch ist die Bankführung überzeugt, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Die Commerzbank sei „einen weiteren wichtigen Schritt bei der Umsetzung unserer Strategie vorangekommen“, erklärte Vorstandschef Martin Zielke am Mittwoch in Frankfurt.

Die Commerzbank will durch den Abbau von 9600 Vollzeitstellen bis 2020 die Kosten langfristig senken. 2300 neue Jobs werden parallel aufgebaut, etwa um die Digitalisierung der Bank voranzutreiben.

Ende Juni gab es noch 41 500 Vollzeitstellen im Haus. Bis zum Jahr 2020 plant das Institut mit einem Stammpersonal von rund 36 000 Vollzeitstellen. Am Filialnetz will die Commerzbank anders als etwa der Konkurrent Deutsche Bank nicht rütteln.

Wie das zweite Quartal lief, hatte das Geldhaus bereits angedeutet, als es jüngst die Rechnung für den Stellenabbau präsentierte: 807 Millionen Euro stellte die Commerzbank im zweiten Quartal für Abfindungen und andere Kosten zurück. Das sorgte für einen Verlust von unterm Strich 637 Millionen Euro - nach einem Gewinn von 215 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr rechnet die Bank aber weiter mit einem leicht positiven Ergebnis.

Der Umbau soll das Geldhaus, das in der Finanzkrise vom Staat gestützt werden musste, zukunftssicher machen. Die Commerzbank leidet wie viele andere Banken unter den niedrigen Zinsen, die die Einnahmen schmälern. Hinzu kommen hausgemachte Probleme wie faule Schiffskredite angesichts der Krise der Container-Reedereien.

Die Zahl der Kunden soll bis 2020 um zwei Millionen steigen - allein 385 000 kamen im ersten Halbjahr hinzu. Dabei half auch die Übernahme des Finanzportals Onvista durch die Commerzbank-Onlinetochter Comdirect. Jeder neue Kunde kostet allerdings zunächst 150 bis 250 Euro. „Das ist eine Investition in die Zukunft“, sagte Finanzchef Stephan Engels. Es dauere im Schnitt anderthalb Jahre bis ein Kunde profitabel werde.

Doch nicht nur der Stellenabbau und die Anwerbung der Neukunden belasteten die Bilanz. Im Firmenkundengeschäft litten die Frankfurter wie die Konkurrenz unter dem mauen Handel an den Finanzmärkten, wodurch den Banken Gebühren entgehen. Die Erträge - die gesamten Einnahmen - gingen konzernweit von 2,24 Milliarden auf 2,07 Milliarden Euro zurück. Der operative Gewinn sank von 351 Millionen auf 183 Millionen Euro. Analysten hatten zwar mit einem Abrutschen gerechnet - allerdings nicht in dieser Größenordnung.

Finanziell Luft hat sich die Commerzbank bei den Schiffskrediten verschafft: Im ersten Halbjahr schrumpfte das Portfolio um 0,9 Milliarden auf 3,9 Milliarden Euro. Bis zum Ende des Jahres soll es weiter zurückgehen auf rund 3 Milliarden Euro. Entsprechend geht die Bank auch von einer geringeren Risikovorsorge aus.

Die Commerzbank hatte einst in großem Stil Kredite für neue Frachtschiffe gewährt. Überkapazitäten und fallende Frachtraten hatten jedoch viele Reedereien in Schieflage gebracht. Knapp 2,5 Milliarden Euro des Schiffskreditportfolios des Instituts gelten als ausfallgefährdet. Bis 2020 will das Geldhaus ganz aus dem Geschäft aussteigen.

Anders als viele Konkurrenten hat die Commerzbank trotz des nahenden Brexit derzeit keine Pläne, Jobs oder Firmenteile von London nach Frankfurt zu verlagern. „Im Moment nicht“, sagte Finanzchef Engels. Allerdings hat das Institut in den vergangenen Jahren bereits etliche Mitarbeiter von dort in die Zentrale nach Frankfurt geholt. Momentan sind noch etwa 1000 Commerzbanker in der britischen Metropole tätig.

dpa

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