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Daimler plant Bau seines ersten Autowerks in Russland

Stuttgart Daimler plant Bau seines ersten Autowerks in Russland

Gute Geschäfte mit Autos in Russland? Da denken viele, das sei derzeit ein Ding der Unmöglichkeit für deutsche Autobauer - das Land ist wirtschaftlich angeschlagen. Doch Daimler hat große Pläne.

Stuttgart. Daimler peilt den Bau seines ersten Autowerks in Russland an. Man sei derzeit „mit den russischen Behörden im Gespräch, um zu prüfen, ob die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine lokale Pkw-Produktion gegeben sind“, sagte eine Sprecherin.

Zuvor hatte das „Handelsblatt“ darüber berichtet. Demzufolge soll es sich um ein Montagewerk für bis zu 30 000 Autos pro Jahr handeln. Daimler wolle damit Einfuhrzölle umgehen und so bessere Verträge mit staatlichen Großkunden bekommen.

Russlands Automarkt ist zuletzt deutlich geschrumpft, Luxusautos sind aber weiterhin gefragt. Im Gegensatz zum Wettbewerber BMW hat Daimler in dem Riesenland bisher noch keine eigene Autoproduktion. BMW ist seit 1999 in Kaliningrad mit dem lokalen Auftragsfertiger Avtotor vertreten, 2015 wurden dort 16 200 Fahrzeuge gefertigt.

Auch Volkswagen ist dort seit längerem tätig, in dem Werk in Kaluga im Südwesten von Moskau kam VW im Jahr 2015 nach eigenen Angaben auf eine Produktion von knapp 100 000 Autos, vor allem Kleinwagen. Außerdem gibt es noch ein Werk in Nischni Nowgorod östlich von Moskau, wo eine russische Firma im Auftrag von VW Autos herstellt. VW war zuletzt ebenfalls von der gesunkenen Nachfrage betroffen. „Wir glauben weiterhin an Russland, wir müssen gucken, dass man aus dem Tal rauskommt“, sagte ein VW-Sprecher. „Wir werden wird unser Engagement dort erfolgreich fortführen.“

Nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) brach der russische Automarkt 2015 um 36 Prozent ein. Auch im laufenden Jahr setzt sich dieser Negativtrend den Angaben zufolge fort: Seit Januar liegen die Neuwagenverkäufe in Russland 15 Prozent unter Vorjahresniveau. Deutsche Hersteller haben einen Marktanteil von 20 Prozent. Daimler könnte sich dem russischen Negativsog am Automarkt insofern etwas entziehen, als in dem neuen Werk laut „Handelsblatt“ die Fertigung von Geländewagen geplant sind. Der Verkauf von teureren Autos ist von Wirtschaftskrisen traditionell weniger betroffen.

dpa

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