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Deutsche Bahn macht 1,3 Milliarden Euro Verlust

Berlin Deutsche Bahn macht 1,3 Milliarden Euro Verlust

Der Konzernumbau belastet und auch auf der Schiene läuft es für die Deutsche Bahn nicht rund. Der Druck auf Vorstandschef Grube wächst.

Berlin. Die Deutsche Bahn hat 2015 auch wegen des kriselnden Güterverkehrs auf der Schiene erstmals seit zwölf Jahren rote Zahlen geschrieben.

Trotz eines Rekordumsatzes stand unter dem Strich ein Verlust von 1,3 Milliarden Euro. Milliardenschwere Sonderabschreibungen auf den Unternehmenswert im Schienengüterverkehr und Extra-Aufwendungen für den Konzernumbau drückten das Ergebnis ins Minus. Im laufenden Jahr will das bundeseigene Unternehmen wieder schwarze Zahlen schreiben. Angestrebt ist ein Ergebnis oberhalb von 500 Millionen Euro.

Bahnchef Rüdiger Grube gab sich am Mittwoch bei der Präsentation der Geschäftsbilanz selbstkritisch: „Wir haben nicht das erreicht, was wir uns vorgenommen hatten.“ Er räumte ein, beim Schienengüterverkehr zu spät umgelenkt zu haben. Die Sparte ist auch durch die wochenlangen Streiks der Lokführer im vergangenen Jahr gebeutelt. Viele Kunden hätten sich mit langfristigen Verträgen an andere Transportunternehmen gebunden.

Die Verkehrsleistung der Güterbahn DB Cargo ging im vergangenen Jahr um 4,3 Prozent zurück. Aber auch im Personenverkehr lief es nicht rund: Die Zahl der Reisenden in den Zügen - dazu zählen auch S-Bahnen - und Bussen der Regionalverkehrstochter DB Regio sank um rund 30 Millionen oder 1,2 Prozent auf 2,5 Milliarden.

Dank zahlreicher Sonderangebote nutzten dagegen mehr Reisende die Fernzüge - trotz der Konkurrenz durch Fernbusse: Die Zahl der Fahrgäste in ICEs und Intercitys stieg um 2,9 Millionen oder 2,2 Prozent auf 132 Millionen. Die Bahn hatte zudem zuletzt auf Preiserhöhungen verzichtet. Personenverkehrsvorstand Berthold Huber deutete an, sich mit teureren Tickets auch in Zukunft zurückhalten zu wollen. Die in Betracht gezogene kostenlose Platz-Reservierung in der zweiten Klasse solle aber frühestens 2017 kommen.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) warnte angesichts der Bilanz: „Die Bahn muss Qualität und Service weiter verbessern, den Fokus auf die Kunden richten und den Konzernumbau vorantreiben“, sagte er. „Sie muss investieren, modernisieren, digitalisieren.“ Damit könne der Konzern auch wirtschaftlich wieder erfolgreicher werden.

Im vergangenen Jahr war der bereinigte Gewinn vor Steuern und Zinsen (bereinigtes Ebit) um 16,6 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro gesunken. Belastet wurde dieses Ergebnis nach Grubes Worten durch den Streik der Lokführergewerkschaft GDL mit 300 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 1,9 Prozent erstmals leicht über 40 Milliarden Euro. Haupttreiber waren aber vor allem positive Währungskurseffekte in Höhe von 770 Millionen Euro. Davon profitierten insbesondere die Auslandsverkehrstochter DB Arriva und die Logistiktochter DB Schenker.

Um Schulden abzubauen, will der Konzern das internationale Personenverkehrs- und Speditionsgeschäft teilweise verkaufen. Nach einem Bericht des „Handelsblatts“ verständigten sich die Bahn und der Bund zuletzt darauf, dass der Staatskonzern Erlöse aus dem Teilverkauf behalten dürfe. „Wir sind in ausgesprochen engen und konstruktiven Gesprächen mit unserem Eigentümer“, sagte Finanzvorstand Lutz dazu lediglich. „Wenn diese abgeschlossen sind, werden wir in den Aufsichtsrat gehen und das Konzept und die weiteren Vorbereitungsaktivitäten beschließen und dann die Öffentlichkeit informieren.“

dpa

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