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Deutsche Bahn stellt Fernbus-Geschäft in Frage

Berlin Deutsche Bahn stellt Fernbus-Geschäft in Frage

Durch die Postbus-Übernahme wird Fernbus-Riese Flixbus noch größer. Im Wettstreit mit dem überlegenen Gegner prüft die Deutsche Bahn nun, ob sich das Geschäft mit Bussen überhaupt noch lohnt.

Berlin. Die Deutsche Bahn prüft nach dem Postbus-Kauf des Marktführers Flixbus, wie sie mit ihrem Fernbus-Geschäft weitermacht.

Die DB nehme die „derzeitige Marktkonsolidierung im deutschen Fernbusgeschäft zum Anlass, ihre Geschäftsaktivitäten auf den Prüfstand zu stellen“, schrieb das Unternehmen in einem Statement, das auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte die „Wirtschaftswoche“ darüber berichtet.

Nach größerer Wachstumsphase stagnierten die Fahrgastzahlen, hieß es. Gleichzeitig bleibe der Druck unter den Wettbewerbern hoch, die Preise aber unverändert niedrig. „Daher wird die DB im zweiten Halbjahr 2016 ihre Fernbusstrategie neu bewerten“, schreibt die Deutsche Bahn. Die Fernbusanbieter der Bahn, Berlin Linien Bus und IC Bus, kommen zusammen auf einen Marktanteil von 14 Prozent.

Branchenprimus Flixbus baute seine Marktposition in Deutschland zuletzt durch Zukäufe aus. Ende Juni übernahm das Münchner Unternehmen den britischen Konkurrenten Megabus. Am Mittwoch gab Flixbus den Zusammenschluss mit Postbus bekannt. Beide Zukäufe bringen dem Unternehmen nach eigenen Angaben Mehreinnahmen von 45 bis 50 Millionen Euro jährlich.

Nach einem Medienbericht will der Marktführer auch Konkurrenten außerhalb Deutschlands für mögliche Übernahmen in den Blick nehmen. „Wir schauen uns weitere Unternehmen in Europa an“, sagte Flixbus-Gründer André Schwämmlein der „Wirtschaftswoche“. Bereits in den vergangenen Monaten hatte Flixbus sein Engagement in Europa ausgebaut.

Die Ausgangsposition sei günstig. „Wir sind die einzigen, die flächendeckend so ein großes Netz und Angebot in Europa haben.“ Profitabel ist Flixbus noch nicht. In Österreich, Schweiz und Deutschland sei das Geschäft im Sommer immerhin operativ im Plus, im Winter leide es aber unter sinkenden Touristenzahlen, sagte Geschäftsführer Schwämmlein dem Wirtschaftsmagazin. „Unser Ziel ist die Profitabilität im deutschsprachigen Raum über das Gesamtjahr.“

dpa

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