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Deutsche Bahn will sich Regioverkehr zurückholen

360 Millionen Zugkilometer Deutsche Bahn will sich Regioverkehr zurückholen

In den letzten Jahren hatte die Deutsche Bahn im Regionalverkehr Federn lassen müssen. Jetzt ist der Konzern bereit, sich die Zugkilometer zurückzuholen.

Ein Regionalzug der Deutschen Bahn: Der Konzern will sich bei Ausschreibungen Regionalverkehre zurückholen.

Quelle: Daniel Bockwoldt

Berlin/Frankfurt. Die Deutsche Bahn will sich bei Ausschreibungen Regionalverkehre zurückholen, die sie in den vergangenen Jahren an Wettbewerber verloren hat.

„DB Regio hat in den letzten Jahren Federn lassen müssen. Aber wir haben hart an uns gearbeitet, um wettbewerbsfähiger zu werden“, erklärte DB-Regio-Chef Jörg Sandvoß.

Der Staatskonzern hält nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Schienenpersonennahverkehr (BAG SPNV) noch 67 Prozent Marktanteil, darunter die lukrativen S-Bahn-Netze in den Ballungsräumen Berlin, Frankfurt, München, Hamburg und Stuttgart. Die übrigen Teilnetze mit dem Rhein-Ruhr-Express musste sie an private Konkurrenten abgeben.

Bis 2021 werden der DB Regio zufolge rund 360 Millionen Zugkilometer erneut vergeben, mehr als die Hälfte der insgesamt rund 670 Millionen Zugkilometer. Gemeint sind damit die gefahrenen Zugkilometer im Jahr. Im vergangenen Jahr habe man 60 Prozent der ausgeschriebenen Verkehrsleistung gewonnen und diesen Anteil im ersten Quartal dieses Jahres noch gesteigert, erklärte Sandvoß.

Mittlerweile kämen vermehrt auch Netze auf den Markt, die aktuell von Wettbewerbern gefahren werden. Damit habe die DB Regio die Chance, Netze wieder zurückzugewinnen. Neben einer besseren Kostenstruktur will die Bahn auch mit zusätzlichen Angeboten für Fahrgäste punkten, etwa einem Wlan-Angebot in den Nahverkehrszügen.

Die im Verband Mofair versammelte Bahn-Konkurrenz sieht die neue Offensive zunächst gelassen, zumal zu Beginn der Privatisierung erst einmal kleinere Netze ausgeschrieben worden waren. Im Großen und Ganzen habe sich das Vergabesystem gut eingespielt, sagte Mofair-Hauptgeschäftsführer Matthias Stoffregen. Kritik gab es zuletzt zu Vergabekriterien bei der Berliner S-Bahn, die eigentlich nur von der DB zu erfüllen seien. Leider sei beim Senat derzeit wenig Bewegung in dieser Frage zu erkennen.

dpa

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