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Deutsche Möbelindustrie wächst weniger

Gedämpfte Erwartungen Deutsche Möbelindustrie wächst weniger

Gute Geschäfte in China und Indien, Absatzeinbußen in den Niederlanden und Österreich, Stagnation auf dem Heimatmarkt: Die deutsche Möbelindustrie hat schon bessere Geschäfte gemacht. Auch die Erwartungen sind gedämpft.

Das Wachstum in der deutschen Möbelindustrie schwächt sich ab.

Quelle: Matthias Hiekel/illustration

Köln. Das Wachstum in der deutschen Möbelindustrie schwächt sich deutlich ab.

Verbuchte die Branche im vergangenen Jahr noch ein Umsatzplus von 3,2 Prozent, stiegen die Umsätze im ersten Halbjahr 2017 nur noch um 0,5 Prozent auf rund 9 Milliarden Euro, wie der Präsident des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie Axel Schramm am Samstag mitteilte. Die Erwartungen für das zweite Halbjahr sind verhalten.

Als wichtigste Umsatzstütze erwies sich zwischen Januar und Juni das Auslandsgeschäft. Der Erlös der deutschen Möbelhersteller stieg dort um 1,7 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum. Der Inlandsumsatz stagnierte dagegen.

Die einzelnen Segmente der Möbelindustrie entwickelten sich sehr unterschiedlich. Deutliche Umsatzeinbußen verzeichneten vor allem die Polstermöbelhersteller mit einem Minus von 5,3 Prozent und die Küchenmöbelhersteller mit einem Rückgang von 2,4 Prozent. Deutlich besser lief es bei den Herstellern von Laden- und sonstigen Objektmöbeln mit einem Umsatzplus von 7,5 Prozent.

Die Exportquote der deutschen Hersteller erreichte im ersten Halbjahr den neuen Rekord von 32,2 Prozent. Seit der Jahrtausendwende konnte die Möbelindustrie den Wert damit mehr als verdoppeln.

Deutliche Zuwächse erzielten die deutschen Möbelhersteller in den ersten Monaten dieses Jahres vor allem in China mit einem Umsatzwachstum von 27,6 Prozent und in Indien mit einem Plus von 32 Prozent. Dies sei ein positives Signal für die Zukunft, sagte Schramm. Die Exportbemühungen im außereuropäischen Ausland trügen Früchte. Damit verringere die Branche tendenziell ihre Abhängigkeit von den Märkten innerhalb der EU.

Dort lief das Geschäft eher schlecht - insgesamt sanken die Ausfuhren in EU-Länder um 1,7 Prozent. Dabei wurden Zuwächse in Polen, Tschechien, Dänemark und Frankreich von Einbußen auf wichtigen Märkten wie Österreich, Belgien und den Niederlanden überschattet. Auch Großbritannien und die USA nahmen weniger deutsche Möbel ab.

Die Erwartungen der Branche für das zweite Halbjahr sind denn auch nur „verhalten positiv“. Zwar rechnet die Möbelindustrie weiter mit guten Geschäften auf den Auslandsmärkten. In Deutschland werde sich jedoch in den kommenden Monaten die rückläufige Bautätigkeit zunehmend dämpfend auf die Möbelnachfrage auswirken, befürchtet Schramm. Unter dem Strich rechnet die Branche deshalb für das Gesamtjahr mit einem „Umsatzplus von bis zu einem Prozent“.

dpa

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