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Deutsche Wirtschaft hält Kurs

Aufschwung geht weiter Deutsche Wirtschaft hält Kurs

Konsumfreudige Verbraucher und investitionsbereite Unternehmen treiben die deutsche Konjunktur an. Die Wirtschaft wächst das zwölfte Quartal in Folge. Ein Ende des Aufschwungs scheint vorerst nicht in Sicht.

Der Containerterminal Burchardkai im Hamburger Hafen. Der Export profitierte von der Erholung der Weltkonjunktur.

Quelle: Christian Charisius

Wiesbaden. Die deutsche Wirtschaft steuert ungeachtet der Unsicherheiten durch die US-Politik und das Brexit-Votum auf ein starkes Jahr 2017 zu.

Angetrieben von der Konsumlust der Verbraucher und steigenden Investitionen der Unternehmen wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal um 0,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mitteilte. „Der Aufschwung läuft inzwischen auf eine Hochkonjunktur zu“, erklärte Alexander Krüger, Chefvolkswirt beim Bankhaus Lampe.

Zum Jahresanfang hatte die Wirtschaft nach neuesten Berechnungen sogar um 0,7 Prozent zugelegt und damit etwas stärker als zunächst ermittelt. Ein wichtiger Treiber im zweiten Quartal war erneut der private Konsum. Die Verbraucher sind in Kauflaune, die Arbeitslosigkeit ist niedrig und Sparen wirft wegen der Niedrigzinsen kaum noch etwas ab.

Zwar sind die Zeiten der Mini-Inflation seit Jahresanfang vorbei. Dennoch haben viele Arbeitnehmer unter dem Strich mehr im Geldbeutel. Nach Angaben der gewerkschaftsnahen Böckler-Stiftung stiegen die Tariflöhne der Beschäftigten auch im ersten Halbjahr 2017 stärker als die Verbraucherpreise.

Die Ausgaben des Staates auch für die Unterbringung und Integration Hunderttausender Flüchtlinge trieben die Konjunktur im zweiten Quartal ebenfalls an. „Sowohl die privaten Haushalte als auch der Staat erhöhten ihre Konsumausgaben deutlich“, erklärte die Wiesbadener Behörde.

Die Unternehmen, die sich zeitweise verunsichert von dem bevorstehenden Ausscheiden Großbritanniens aus der EU (Brexit) und der Ungewissheit über die Zukunft Europas mit Investitionen zurückgehalten hatten, steckten mehr Geld in Maschinen und Anlagen. Auch der Bauboom trägt zu dem anhaltenden Aufschwung bei.

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft war nach Angaben des Ifo-Instituts zuletzt so gut wie nie zuvor. „Die deutsche Wirtschaft steht unter Volldampf“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest jüngst.

„Der Aufschwung verfestigt sich. Das Bruttoinlandsprodukt steigt das zwölfte Mal in Folge. Das hat es seit der Wiedervereinigung erst einmal gegeben“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben.

Bremsspuren hinterließ dagegen der Außenhandel. Zwar hatte der deutsche Export im ersten Halbjahr dank der Erholung der Weltkonjunktur an Tempo gewonnen. Die Importe legten allerdings noch stärker zu. Den Anstieg der Einfuhren führten Ökonomen insbesondere auf die starke Konjunktur im Inland zurück, dadurch steigt die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen aus dem Ausland.

Insgesamt führt Deutschland allerdings weiterhin mehr aus als es einführt. Das stößt in anderen Ländern auf Kritik, insbesondere in den USA bei Präsident Donald Trump, der Freihandel generell skeptisch gegenüber steht.

Die deutsche Wirtschaft wuchs so stark wie der Euroraum insgesamt. Dort war das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal nach einer ersten Schätzung des Statistikamtes Eurostat um 0,6 Prozent zum Vorquartal gestiegen. Binnen Jahresfrist stieg das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland bereinigt um die Zahl der Arbeitstage um 2,1 Prozent.

Viele Ökonomen hatten zuletzt ihre Konjunkturprognosen für Deutschland heraufgesetzt. So rechnet beispielsweise die Bundesbank nun mit 1,9 Prozent Plus beim Bruttoinlandsprodukt im Gesamtjahr. Einige Volkswirte erwarten sogar ein Wachstum von zwei Prozent. „Allerdings dürften die Wachstumsraten nicht mehr ganz so hoch ausfallen wie in den ersten sechs Monaten“, erklärte Allianz-Ökonom Rolf Schneider. Im vergangenen Jahr war Europas größte Volkswirtschaft um 1,9 Prozent gewachsen.

dpa

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