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Digitalisierung belastet Papierbranche

Umbruch Digitalisierung belastet Papierbranche

Der deutschen Papier-Industrie machen steigende Rohstoffpreise und die Digitalisierung zu schaffen.

Papierrollen für die Zeitungsproduktion: Die deutsche Papier-Industrie hat zuletzt unter steigenden Rohstoffpreisen und der Digitalisierung gelitten.

Quelle: Rene Ruprecht

Bamberg. Der deutschen Papier-Industrie machen steigende Rohstoffpreise und die Digitalisierung zu schaffen.

„Der Strukturwandel in der Branche rührt im Wesentlichen vom veränderten Informationsverhalten und der fortschreitenden Digitalisierung her“, erklärte ein Sprecher des Verbands Deutscher Papierfabriken (VDP).

Das führe zu einem Rückgang der Nachfrage bei grafischen Papieren - zum Beispiel Druckerpapier. „Dies war in den letzten Jahren auch mit einem Abbau von Arbeitskräften verbunden“, heißt es im aktuellsten VDP-Jahresbericht. Einige Maschinen mussten stillgelegt werden. Vor allem hohe Energiekosten bedeuteten zudem sinkende Erträge.

Zwar lag 2015 der Umsatz in Deutschland mit 14,4 Milliarden Euro 0,9 Prozent über dem Vorjahr. Auch die Jahresproduktion von Papier, Karton und Pappe stieg um 0,3 Prozent auf 22,6 Millionen Tonnen.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag im Branchendurchschnitt aber mit 4,9 Prozent leicht unter dem Niveau des Vorjahres (5 Prozent). Neuere Zahlen gibt es noch nicht. „Wir gehen davon aus, dass 2016 auch eine 4 vorne stehen wird“, sagte der VDP-Sprecher.

Den Rückgang im grafischen Bereich fängt laut VDP das Wachstum in anderen Segmenten auf: bei Verpackungspapieren, angetrieben durch Online-Handel und die Konjunktur, und bei Hygienepapieren.

Vor diesem Hintergrund treffen sich Experten aus Forschung und Industrie am 26. Januar in Bamberg zu dem Kongress „Innovation+: Papier, Textil und Folie“. Veranstalter ist „Bayern Innovativ“, eine Gesellschaft für Innovation, Technologie- und Wissenstransfer.

„Die deutsche Papierindustrie erlebt derzeit einen Umbruch, der in der Textilindustrie bereits vor über 15 Jahren eingesetzt hat“, erklärte Projektleiterin Christina Harwarth-Nassauer. Es vollziehe sich ein Wandel weg von klassischen Produkten in großen Mengen hin zu Hightech-Produkten für spezifische Anwendungen mit kleineren Mengen. Zum VDP gehören 103 Hersteller.

dpa

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