Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Rest der Welt EZB zuversichtlich - Billiggeld bald auf dem Rückzug?
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt EZB zuversichtlich - Billiggeld bald auf dem Rückzug?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:12 27.06.2017
Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Quelle: Arne Dedert
Sintra/Frankfurt

EZB-Chef Mario Draghi stimmt Wirtschaft und Verbraucher in der Eurozone vorsichtig auf eine allmählich wieder höhere Inflation ein.

Fachleute Äußerungen des Notenbankchefs vom Dienstag dahingehend, dass sich die Währungshüter langsam, aber sicher auf eine straffere Geldpolitik hin bewegen. Derzeit pumpt die EZB noch Monat für Monat Milliarden ins Bankensystem und hält die Zinsen niedrig - vor allem, um die Teuerung in die Nähe ihres Ziels von knapp unter zwei Prozent zu bringen.

Draghi deutete zur Eröffnung der alljährlichen Notenbank-Konferenz im portugiesischen Sintra eine mögliche Abkehr vom bisherigen Kurs an. Dabei betonte er aber die nötige „Vorsicht“ mit Blick auf Risiken in der Weltwirtschaft.

„Anpassungen müssen schrittweise gemacht werden - und nur, sofern die verbesserte (wirtschaftliche) Dynamik, die sie rechtfertigt, hinreichend sicher ist.“ So müsse die nach wie vor nur geringe Euro-Inflation auch kein länger anhaltender Trend sein. Sie sei vor allem auf zeitlich begrenzte Entwicklungen zurückzuführen.

Zuversichtlich äußerte sich Draghi zur Konjunktur in Europa. Diese falle kräftiger aus und stehe zunehmend auf einem breiten Fundament. Es gebe auch wieder Faktoren, die die Preise steigerten. Indes herrsche an einigen Stellen Leerlauf, gerade wegen der Arbeitslosigkeit. Auch sei der Inflationsanstieg nicht nachhaltig. „Wir brauchen Ausdauer in unserer Geldpolitik“, erklärte Draghi.

Die Inflation ist in vielen Staaten der Eurozone seit langem schwach - obwohl die EZB ein Billionenprogramm zum Kauf von Anleihen durchzieht und das Zinsniveau historisch tief ist. In der Regel sollen eine starke Ausweitung der Geldmenge und billige Kredite dazu führen, dass eine allzu geringe Inflation wieder anzieht: Während Verbraucher sich über kaum steigende Preise freuen, kann die Erwartung eines dauerhaft niedrigen Niveaus die Wirtschaft im schlimmsten Fall abwürgen.

Der Euro reagierte auf die Äußerungen Draghis mit Kursgewinnen. Gegenüber dem Dollar legte er zu. Wieder steigende Zinsen dürften etwa dazu führen, dass Anleger stärker im Eurogebiet investieren - mit zusätzlicher Nachfrage nach der dann knapper werdenden Währung. Draghi habe einen ersten Schritt in Richtung einer weniger lockeren Geldpolitik getan, kommentierte Marco Valli, Chefvolkswirt für Europa bei der italienischen Großbank Unicredit.

Bankökonomen rechnen damit, dass die EZB vermutlich im September die Weichen für eine weniger lockere Geldpolitik stellen wird. Damit würde sie sich der Strategie der US-Notenbank Fed annähern, welche ihre Anleihenkäufe zurückgefahren hatte und die Zinsen erhöhte. Es wird erwartet, dass auch die EZB den „Einstieg in den Ausstieg“ aus den Wertpapierkäufen ankündigt. Mit einer Anhebung des Leitzinses, der seit längerem bei Null steht, dürfte sich die Notenbank jedoch noch viel Zeit lassen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Autozulieferer Schaeffler kassiert seine Gewinnprognose ein und sorgt an der Börse damit für einen Kurssturz bei den Wettbewerbern. Manche Analysten sehen bereits schwere Zeiten für die ganze Branche anbrechen. Andere halten die Probleme für hausgemacht.

27.06.2017

Die Finanzierung der Stromnetze soll auf alle Schultern fair verteilt werden - so haben es die Noch-Koalitionäre den Ost- und Nordländern zugesagt. Nach langem Gefeilsche gelingt doch noch ein Kompromiss.

27.06.2017

Samsung will laut Medienberichten sein Pannen-Smartphone Galaxy Note 7 in einer erneuerten Version und unter anderem Namen im Juli wieder auf den Markt bringen. Als Verkaufsstart sei der 7.

27.06.2017