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Wirtschaft im Rest der Welt Eröffnung des Hauptstadtflughafens bleibt in der Schwebe
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10:58 08.10.2016
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Berlin

Trotz der Genehmigung für den Umbau im Terminal des neuen Hauptstadtflughafens wollen sich die Verantwortlichen in den nächsten Monaten nicht auf einen Eröffnungstermin festlegen.

Aufsichtsratschef Michael Müller (SPD) nannte nach einer Sitzung des Kontrollgremiums kein Datum und ließ offen, ob beim nächsten Treffen Anfang Dezember ein Termin verkündet wird. „Es ist möglich“, antwortete der Berliner Regierende Bürgermeister auf entsprechende Fragen. Man wolle so schnell wie möglich Auskunft geben.

Hintergrund sind weitere Anträge an die Baubehörde. Der zuständige Landkreis Dahme-Spreewald hatte am Donnerstag umfangreiche Nachträge der Flughafengesellschaft genehmigt, darunter den Umbau der Brandschutzanlage. Die Behörde fordere keine weiteren Umbauten, sagte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. Er will in vier Wochen jedoch noch einen weiteren Nachtrag einreichen, über den das Amt möglicherweise nicht bis Dezember entscheiden kann.

Grob geplant ist, dass der Flughafen Ende 2017 ans Netz geht. Müller sagte: „Es kann ihnen keiner hundertprozentig sagen: 17 wird gelingen. Aber es kann ihnen auch keiner hundertprozentig sagen: 17 gelingt nicht.“

Baulich werde der Flughafen Anfang 2017 fertig, versicherte Mühlenfeld. Die Systeme würden nach und nach in Betrieb genommen. „Woche um Woche werden wir sehen, was funktioniert und was nicht funktioniert.“ Führende Aufsichtsräte wollten sich vor Beginn der Sitzung am Flughafen Tegel nicht auf eine Eröffnung im nächsten Jahr festlegen.

Nach Müllers Angaben begann der Aufsichtsrat „eine strategische Diskussion, wie das gesamte Flughafenangebot in Berlin sich in den nächsten Jahren entwickeln kann“. Dabei gehe es nicht darum, den Flughafen Tegel offen zu halten, sagte der Aufsichtsratschef auf Nachfrage. „Da gibt es bei mir keinen Plan B.“ Genauso wenig sprächen die beiden anderen Flughafen-Eigentümer - Brandenburg und der Bund - das Thema Tegel an. Der Flughafen am Rande der Berliner Innenstadt soll spätestens ein halbes Jahr nach dem BER-Start schließen.

Mühlenfeld kündigte an, dass im Dezember der Bau eines vorübergehenden Regierungsflughafens in Schönfeld beginne. Derzeit liefen die Verhandlungen mit einem Bauunternehmen. „Es war nicht leicht, jemand zu finden.“ Nach Informationen des in Berlin erscheinenden „Tagesspiegels“ verhandelt Mühlenfeld mit dem Baukonzern Züblin. Mühlenfeld sagte, der Kostenrahmen für den Bau von zuletzt 71 Millionen Euro erhöhe sich leicht. Die Fertigstellung sei für den Sommer 2018 geplant.

Das Terminal sollen Staatsgäste und Regierungsmitglieder nutzen, bis das endgültige, 350 Millionen Euro teure Regierungsterminal fertig ist. Er soll etwa fünf Jahre nach der Eröffnung des Hauptstadtflughafens in Betrieb gehen. Das Interimsterminal soll anschließend Privatfliegern dienen.

Derzeit sucht die Flughafengesellschaft zudem per Ausschreibung ein Unternehmen, das neben dem neuen BER-Abfertigungsgebäude ein schlüsselfertiges weiteres Terminal für 8 Millionen Passagiere im Jahr baut. Demnach geht es 2020 in Betrieb. Denn der Großflughafen ist mit einer Kapazität von 22 bis 27 Millionen Fluggästen zu klein. Ursprünglich sollte das 200 Millionen Euro teure Zusatzterminal schon 2019 zur Verfügung stehen.

dpa

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