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Wirtschaft im Rest der Welt Essener Modemarke Naketano verkündet Aus
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17:15 03.01.2018
Weiße Kordeln und auffällige Lederpatches sind das Erkennungszeichen der Marke Naketano. Quelle: Screenshot alexander-herrenmoden24.de
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Frankfurt/Main

Diese Nachricht aus der Firmenzentrale in Essen stellte die deutsche Freizeitmodewelt am Dienstag ein klein wenig auf den Kopf. Da boxte sich das Modelabel Naketano mit auffälligem Look, und ungewöhnlichen sowie sexistisch anmutenden Produktnamen innerhalb weniger Jahre zur nationalen Trend-Klamotte durch, und hinterlässt nun mit dem von der Geschäftsleitung angekündigten Aus zum Ende des Jahres 2018 einen dicken Knoten an Fragen. Wie das Branchenmagazin TextilWirtschaft bereits am Dienstag berichtete, teilte die Chefetage in einem Schreiben an seine Kunden im Einzelhandel mit, den Geschäftsbetrieb einstellen zu wollen. So verkündet die Geschäftsleitung des Sportswear-Labels, dass die Herbst/Winter Kollektion dieses Jahres „unsere Letzte“ sein wird: „Wir liefern nur noch bis zum 31.12.2018. Der Webshop wird zum Ende des gleichen Tages offline gehen. Firma und Marke werden nicht verkauft - Anfragen dieser Art bleiben unbeantwortet. Es ist Zeit für eine Veränderung.“

Bei Naketano wollte man auch keine Stellung nehmen. Die Geschäftsführer und Gründer Sascha Peljhan und Jozo Lonac, in der Branche ohnehin als äußerst verschwiegen bekannt, seien grundsätzlich telefonisch nicht erreichbar. Wieso sie das Unternehmen einstellen? Was aus den Mitarbeitern wird? Ob sie neue Pläne haben? Diese Fragen werden nicht beantwortet. Auf telefonische Nachfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) bei der Naketano Retail GmbH in Essen sprach man von einer „alleinigen Entscheidung der Geschäftsführung“, die nicht mit dem Einkauf besprochen worden sei.

Chefs schweigen zu möglichem gewinnbringenden Verkauf

Peljhan und Lonac haben das Unternehmen 2005 gegründet. Ihre Kollektionen haben wegen ihrer ungewöhnlichen Produktnamen („Muschiflüsterer“, „Monsterbumserin“) für Schlagzeilen und auch Sexismus-Vorwürfe gesorgt. Die Umsätze der Marke sind stürmisch gewachsen. Zuletzt wurde im Bundesanzeiger für 2015 ein Umsatz von rund 44 Millionen Euro gemeldet, bei einer Umsatzrendite von 17 Prozent. Seit Monaten kursierte in der Branche das Gerücht, Peljhan und Lonac wollten Naketano verkaufen. Aber auch das wollten die beiden Gründer nie kommentieren.

Für den Multilabel-Handel ist Naketano zu einer wichtigen Umsatzsäule geworden. In der Branche gilt das Label als wahre Gewinnmaschine. „Naketano ist eine Mega-Cash-Cow. Wir haben mit der Kollektion in der vergangenen Saison ein Umsatzplus von 50 Prozent gemacht. Es wird schwierig, das zu kompensieren“, äußerte ein Händler aus Norddeutschland gegenüber dem Magazin TextilWirtschaft.

Von RND/krö

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