Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Rest der Welt Etwa 50 VW-Fahrer in erster Instanz mit Klagen erfolgreich
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Etwa 50 VW-Fahrer in erster Instanz mit Klagen erfolgreich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:12 09.04.2017
Ein Dieselmotor eines VW Golf 2.0 TDI. Quelle: Patrick Pleul
Anzeige
Wolfsburg

Hunderte Fahrer von VW-Dieselfahrzeugen in Deutschland haben im Abgasskandal Schadenersatzklagen eingereicht - bei etwa einem Viertel der gut 200 Entscheidungen in der ersten Instanz waren die Verbraucher bisher erfolgreich.

Ein Volkswagen-Sprecher bestätigte entsprechende Informationen der „Bild am Sonntag“. Keines der Urteile sei aber bisher rechtskräftig, betonte er. In allen Fällen sei VW entweder schon in Berufung gegangen oder werde dies noch tun.

In etwa 160 Fällen in erster Instanz wiesen die Richter die Klage ab oder die Kläger machten einen Rückzieher. Insgesamt sind dem Zeitungsbericht zufolge bisher 2000 Mängelklagen anhängig. Diese richten sich gegen Händler oder den VW-Konzern direkt. Bisher hat das Unternehmen in Deutschland etwa 1,6 Millionen der rund 2,6 Millionen manipulierten Dieselautos umgerüstet.

In den USA, wo der Abgasskandal ans Licht gebracht worden war, zahlt Volkswagen wegen geschönter Abgaswerte Milliarden an Autobesitzer. Die Fahrer betroffener VW-Fahrzeuge können mehr als 5000 Dollar (4635 Euro) Entschädigung bekommen. Für Kunden in Europa plant VW keine solche Entschädigung.

Die EU-Kommission macht deshalb schon seit einiger Zeit Druck auf Volkswagen. Sie verlangt finanzielle Zugeständnisse an die 8,5 Millionen betroffenen Autofahrer in Europa und forderte zuletzt „konkrete Ergebnisse“ bis Ende April. Justizkommissarin Vera Jourova will durchsetzen, dass der Autobauer den Kunden finanziell oder durch zusätzliche Service-Leistungen entgegenkommt. Die zugesagte Reparatur der Autos reiche nicht aus.

Bereits vor dem Abgasskandal war bekannt, dass auch vermeintlich saubere Dieselautos nicht unbedingt weniger Schadstoffe ausstoßen als Benziner. Bei Dieseln liegt zwar der Ausstoß des Klimagases CO2 in der Regel niedriger als bei ähnlich gebauten Benzinern. Diesel stoßen aber meist mehr umwelt- und gesundheitsschädliche Stickoxide aus. Hier hatte VW mithilfe einer Software dafür gesorgt, dass die Autos erkennen, wenn sie einem Abgastest unterzogen werden. Sie schalteten dann in einen Modus, bei dem sie deutlich weniger Stickoxide ausstießen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Er ist erst wenige Tage im Amt - doch in einem Punkt hat der neue Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, bereits Tacheles geredet: Wenn andere Mittel versagen, müssten für Langzeitarbeitslose staatlich finanzierte Jobs geschaffen werden.

09.04.2017

Hunderte Fahrer von VW-Dieselfahrzeugen in Deutschland haben im Abgasskandal Schadenersatzklagen eingereicht - bei etwa einem Viertel von gut 200 Entscheidungen waren die Kläger erfolgreich, allerdings nur in erster Instanz.

09.04.2017

Es ist geht um 26 Geschäftsgeheimnisse und 14.000 Daten. Im Rechtsstreit um Roboterautos hat der Fahrdienstvermittler Uber die Vorwürfe der Google-Schwesterfirma Waymo zurückgewiesen. Man habe keine Technik gestohlen.

09.04.2017
Anzeige