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Wirtschaft im Rest der Welt Ex-DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann gestorben
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09:46 28.04.2016
Hans Heinrich Driftmann (†68) ist tot. Er starb am Montagabend. Quelle: dpa
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Kiel

Vormittags führte er einen Weltkonzern mit 125 Millionen Euro Jahresumsatz, nachmittags engagierte er sich in seinen beinahe unzähligen Ehrenämtern. So wird Hans Heinrich Driftmann den Schleswig-Holsteinern in Erinnerung bleiben. Als umtriebiger Mensch. Im Alter von 68 Jahren erlag der Unternehmer und Wirtschaftsfunktionär am Montagabend einem Krebsleiden. „Schleswig-Holstein hat eine große Unternehmerpersönlichkeit verloren“, reagierte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) mit Bestürzung auf den Tod Driftmanns.

Driftmann war Gründer und lange Jahre Präsident der Unternehmensverbände (UV) Nord und von 2009 bis 2013 auch Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages DIHK. Er führte von 1988 bis 2015 in sechster Generation die Kölln-Flocken-Werke in Elmshorn. Er hinterlässt seine Ehefrau Gesche und vier Töchter.

Driftmann habe viel für den Norden und ganz Deutschland geleistet, sagte Albig. Er sei ein politischer Mensch und ein erfolgreicher Unternehmer mit großem wirtschaftlichen Sachverstand gewesen, der sich immer auch als Ratgeber der Politik verstanden habe. „Unser Land verliert einen seiner bedeutendsten Unternehmer und Förderer“, sagte auch CDU-Fraktionschef Daniel Günther. Die IHK würdigte Driftmann als einen „wortgewaltigen wie auch wortgewandten Repräsentanten der Wirtschaft“. Lübecks IHK-Präses Friederike C. Kühn sagte, Deutschland verliere einen „aktiven Vordenker“. Für DGB-Nord-Chef Uwe Polkaehn war der Verstorbene „ein Mann der Wirtschaft, der über Tellerränder gucken konnte“.

In der Tat hatte Driftmann der Wirtschaft im Land mit der Gründung des UV Nord eine gewichtige Stimme verliehen, spielte den Verband und später auch die IHK Schleswig-Holstein mit seinen kantigen Auftritten und Statements immer wieder in den Vordergrund. Der Elmshorner griff dabei auch gerne strittige Themen auf, forderte vehement den Nordstaat mit Hamburg, den sein Verband als Organisation von Unternehmen beider Länder quasi vorlebte. Und er forderte mehr Engagement in der Bildungspolitik. Der Pädagogik war er ohnehin verbunden, hatte während der Offiziersausbildung bei der Bundeswehr Wirtschafts- und Sozialwissenschaft studiert und in pädagogischer Psychologie den Doktortitel erworben. 1987 wechselte er an die Spitze der Kölln-Werke, um ein Jahr später als Nachfolger seines Schwiegervaters Ernsthermann Kölln den Chefsessel zu übernehmen. Parallel dazu lehrte er an der Pädagogischen Hochschule und der Uni Kiel Wirtschaftspsychologie. Driftmann galt als talentierter Redner. Eigentlich, so hat er mal gesagt, hatte er Pastor werden wollen.

2009 ereilte ihn der Ruf aus Berlin. Driftmann wurde Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages DIHK und Präsidiumsmitglied der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände BDA.

Immer wieder prangerte er das Ausgabenverhalten in Bund und Ländern an. Das Geld werde mit vollen Händen ohne Sinn und Verstand verschwendet. Von den Wirtschaftslenkern forderte er allerdings ebenfalls viel ein: Moral, Glaubwürdigkeit im Handeln und soziales Engagement.

Von Wolfram Hammer

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