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Wirtschaft im Rest der Welt Freie Tankstellen setzen auf Shops
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18:16 11.04.2017
Die meisten Tankstellen verdienen nur wenig Geld mit dem Verkauf von Treibstoffen. Quelle: Georg Wendt
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Hamburg

Trotz des starken Konkurrenzdrucks auf dem deutschen Benzinmarkt haben sich die freien Tankstellen in den vergangenen Jahren gut behauptet.

Zwar nehme langfristig die Zahl der Tankstellen in Deutschland deutlich ab, heißt es in einer Studie der Rating-Agentur Scope im Auftrag des Bundesverbandes Freier Tankstellen (BFT), die am Dienstag in Hamburg vorgestellt wurde. In jüngster Vergangenheit lasse sich jedoch eine Verlagerung hin zum Mittelstand erkennen. Rund 25 Prozent der Treibstoffe in Deutschland werden von freien Tankstellen verkauft.

Im vergangenen Jahr ging die Zahl der Tankstellen hierzulande um 21 auf 14.510 zurück. Der Höchststand vor fast 50 Jahren lag bei mehr als 46.000 Stationen. Das bedeute jedoch nicht, dass die Nachfrage nach Kraftstoffen sinke, so der BFT. „Die Autozulassungen steigen auf neue Rekordhöhen“, sagte Hauptgeschäftsführer Axel Graf Bülow. Die Fahrzeuge seien jedoch effizienter als früher und hätten größere Reichweiten, so dass sie seltener an die Zapfsäule müssten.

Vor allem große Konzerne wie Aral, Shell und Esso optimieren ihr Netz und betreiben tendenziell immer größere Stationen. Freie Tankstellen übernehmen oft die aufgegebenen Standorte der Konzerne und können diese wegen ihrer günstigen Kosten profitabel weiterführen.

Ohnehin verdienen die meisten Tankstellen nur wenig Geld mit dem Verkauf von Treibstoffen, sondern mehr mit ihren immer größeren Läden. „Manche Tankstellen können auch dort überleben, wo es durch die Straßenführung nicht gerechtfertigt wäre, weil sie sich zu Nahversorgern entwickelt haben“, sagte Bülow. Der Shop-Umsatz je Tankstelle erhöhte sich innerhalb von 20 Jahren von rund 600.000 auf mehr als 900.000 Euro jährlich. Künftig gehe der Trend dahin, den Kunden noch mehr gastronomische Angebote zu machen.

Die freien Tankstellen setzen auf absehbare Zeit auf den Verbrennungsmotor und den Verkauf von Benzin und Diesel. Den Trend zur Elektro-Mobilität, der von der Politik gefördert werde, könnten sie bislang an den Zulassungszahlen nicht ablesen. Zwar sei der Bestand an Hybridfahrzeugen um 27 Prozent auf 165.400 gestiegen und der von Elektroautos um 33 Prozent auf 34.000. Doch seien zugleich 15,1 Millionen Dieselfahrzeuge zugelassen, so viele wie noch nie.

In den nächsten 20 Jahren werde die Dominanz der herkömmlichen Kraftstoffe bestehen bleiben, meint der BFT. Wegen der geringen Nachfrage und der hohen Investitionskosten hätten auch kaum freie Tankstellen in Ladesäulen für Elektroautos investiert, die sich nicht rechnen würden.

dpa

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