Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
G7 verzichten auf Konjunkturspritzen

Sendai G7 verzichten auf Konjunkturspritzen

Eigentlich hofft Gastgeber Japan, andere Industrienationen für einen staatlichen Finanz-Stimulus zur Belebung der Wirtschaft zu gewinnen. Doch die G7-Partner ziehen nicht mit. Das ist auch ganz im Sinne des deutschen Finanzministers. Differenzen gibt es eher an anderer Stelle.

Sendai. Die Gruppe sieben führender Industrieländer (G7) hält aktuell nichts von kurzfristigen Konjunkturspritzen zur Ankurbelung der globalen Wirtschaft. 

Niemand habe einen konjunkturellen Stimulus gefordert, hieß es nach einer Debatte der G7-Finanzminister und -Notenbankchefs mit Top-Ökonomen am Freitag im japanischen Sendai. Es habe aber Einigkeit darüber geherrscht, dass das Wachstum gestärkt werden müsse. Streit gibt es hingegen vor allem zwischen den USA und Japan über die Wechselkurse.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte, die G7 seien sich einig, dass die Lage der Weltwirtschaft besser sei, „als manche vor einigen Monaten noch befürchtet“ hätten. Insofern habe es eine entspanntere Diskussion gegeben. Natürlich müssten alle drei Elemente - Fiskalpolitik, Geldpolitik und Strukturreformen - genutzt werden. „Aber es ist eine sehr viel weniger aufgeregte Diskussion“, sagte Schäuble mit Blick auf Berichte über Differenzen zwischen den G7 im Vorfeld des Treffens in Sendai. 

Gastgeber Japan hatte auf ein gemeinsames Signal der G7-Partner gehofft, dass angesichts der schwächelnden Weltwirtschaft neben der anhaltenden Geldflut durch die Notenbanken auch die Finanzpolitik gegensteuern sollte. Schuldenfinanzierte Konjunkturspritzen lehnt aber vor allem Schäuble ab. „Natürlich gibt es gewisse Unterschiede in der Betrachtungsweise. Das wissen wir“, sagte Schäuble. Die Japaner hätten zugesagt, ihren Teil an Strukturreformen auch noch zu machen.

Die Minister und Notenbankchefs bereiten auch den Gipfel der G7-Staats- und Regierungschefs nächste Woche in Ise-Shima vor. Zur Gruppe der G7 gehören die USA, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Kanada und Italien.

Anhaltende Differenzen gibt es aber in der Währungspolitik - insbesondere zwischen den USA und Japan. Die japanische Regierung sieht in der Aufwertung des Yen ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Finanzminister Taro Aso hatte zuletzt mit Intervention gedroht, sollte der Yen noch stärker werden. Ein schwächerer Dollar wiederum stützt die Konjunktur in den USA. 

Es sei darüber gesprochen worden, was getan werden könne, um auch auf Basis begrenzter Wachstumsraten die Wirtschaft stabil und nachhaltig zu machen, sagte Schäuble. Die Debatte werde dazu führen, dass die G7-Länder im Kreis der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) gemeinsam Verantwortung wahrnehmen.

Aus Teilnehmerkreisen verlautete, es sei Konsens innerhalb der G7, dass mit Strukturreformen langfristig die Nachfrage gesteigert werden könne. Auch müsse der schwache Produktivitätszuwachs angegangen werden - etwa durch Investitionen in Bildung und Grundlagenforschung. Auch Japan habe letztlich eingeräumt, dass der Spielraum der Finanzpolitik begrenzt sei. Geldspritzen des Staates müssten daher gezielt eingesetzt und nicht mit der Gießkanne verteilt werden.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft im Rest der Welt
DAX
Chart
DAX 10.529,50 +0,15%
TecDAX 1.687,00 +0,03%
EUR/USD 1,0673 +0,12%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

DT. TELEKOM 14,69 +0,71%
BAYER 87,21 +0,71%
HEID. CEMENT 83,50 +0,67%
DT. BANK 14,73 -1,98%
VOLKSWAGEN VZ 118,37 -0,71%
LUFTHANSA 12,14 -0,50%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Bakersteel Global AF 166,72%
Structured Solutio AF 154,79%
AXA IM Fixed Incom RF 141,93%
Stabilitas PACIFIC AF 140,74%
Crocodile Capital MF 122,39%

mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.