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Wirtschaft im Rest der Welt Gebühr für Stornierung ist nicht rechtmäßig
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Gebühr für Stornierung ist nicht rechtmäßig
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13:52 06.07.2017
Air Berlin hatte für die Stornierung eines Spartickets 25 Euro verlangt. Zu Unrecht, entschied der EuGH. Quelle: dpa
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Luxemburg

Fluggesellschaften dürfen keine Sondergebühren erheben, wenn ein Flug nicht angetreten werde kann und storniert werden soll. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Donnerstag entschieden. Zudem verpflichtete der EuGH alle Fluglinien, den Anteil von Steuern, Gebühren und Zuschlägen im Flugpreis genau auszuweisen.

Anlass des EuGH-Urteils war eine Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands gegen Air Berlin. Die Verbraucherschützer monierten, dass die Fluglinie eine Bearbeitungsgebühr von 25 Euro erhebt, wenn ein Passagier einen Spartarif-Flug storniert oder nicht antritt. Zudem kritisierten sie, dass Steuern, Gebühren und Zuschläge nicht genau genug aufgeschlüsselt wurden. Das ist von Bedeutung, weil Kunden zumindest diese Zusatzkosten nach einem nicht angetretenen Flug zum Teil zurückverlangen können.

Verbraucherschützer begrüßen das Urteil

Der mit der Sache betraute Bundesgerichtshof hatte den Luxemburger EU-Richtern zwei Rechtsfragen zur Klärung vorgelegt. Aus Sicht des BGH darf nach deutschem Recht keine Bearbeitungsgebühr wie bei Air Berlin verlangt werden, weil sie Verbraucher einseitig benachteiligen würde. Die Karlsruher Richter fragten, ob das deutsche Recht in dem Punkt mit EU-Recht vereinbar ist. Der EuGH bejahte das. Zudem bestätigte er, dass Fluglinien den Anteil der Zusatzkosten am Flugpreis aufschlüsseln müssen.

Die Verbraucherzentrale begrüßte das Urteil. „Wir freuen uns wirklich darüber, dass es die Verbraucher künftig bei Stornierungen leichter haben werden, an ihr Geld zu kommen“, sagte ihre Expertin Kerstin Hoppe auf Anfrage.

So bekommen Sie ihr Geld zurück

Es gibt viele Gründe, warum jemand einen Flug nicht antreten kann. Besonders ärgerlich ist es dann, wenn Kunden bei einer Stornierung auf den Kosten sitzenbleiben. Das müssen sie sich aber nicht bieten lassen. Denn sie können in dem Fall Geld von der Airline zurückfordern, wie die Verbraucherzentrale Brandenburg erklärt. Die Verbraucherzentralen bieten dazu einen passenden Musterbrief an.

Betroffenen steht bei einer Stornierung auf jeden Fall die Erstattung der Steuern und Gebühren zu. Denn diese fallen für die Fluggesellschaften nur an, wenn Reisende tatsächlich mitfliegen.

Zusätzlich können sie eine Rückzahlung des Ticketpreises einfordern und sich dabei auf ein Urteil des Landgerichts Frankfurt berufen (Az.: 2-24 S 152/13). Die Airline muss demnach nachweisen, inwieweit sie das stornierte Ticket weiterverkaufen konnte. Ohne Belege darüber können Kunden den vollen Ticketpreis abzüglich einer Pauschale von 5 Prozent beanspruchen. Allerdings hat das Landgericht Köln in diesem Punkt anders geurteilt (Az.: 6 S 220/15) und bei speziellen Spartarifen eine Erstattung des Ticketpreises ausgeschlossen.

Von RND/dpa/ang

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