Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Rest der Welt Grundsatzeinigung über Skandalbank Hypo Alpe Adria
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt Grundsatzeinigung über Skandalbank Hypo Alpe Adria
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:40 19.05.2016
Anzeige
Wien

Im Milliardenstreit um die Skandalbank Hypo Alpe Adria zwischen Österreich und deutschen Finanzinstituten gibt es eine Grundsatzeinigung.

Beide Seiten haben sich nach Angaben von Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) auf einen außergerichtlichen Vergleich verständigt. „Die dunkle Hypo-Vergangenheit kann endlich einen Schlusspunkt finden“, sagte Schelling in Wien.

Deutsche Banken und Versicherungen, die nach der Pleite der Bank und einem Schuldenschnitt um rund sieben Milliarden Euro gebangt hatten, können nun mit einer Rückzahlung von rund 90 Prozent ihrer Investitionen rechnen. Insgesamt geht es um offene Forderungen im Wert von elf Milliarden Euro.

Schelling gab das deutlich aufgebesserte Angebot Österreichs gemeinsam mit dem Sprecher der größten Gläubigergruppen, dem Dexia-Kommunalbank-Chef Friedrich Munsberg, bekannt. Er vertritt etwa die Commerzbank, die Deutsche Pfandbriefbank, NordLB sowie Versicherungen und Fonds.

Voraussetzung für das Angebot ist eine ausreichende Anzahl an verbindlichen Annahmeerklärungen. Außerdem müssen die notwendigen gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden. 72 Gläubiger mit Schuldentiteln im Wert von fast fünf Milliarden Euro haben die Absichtserklärung bereits unterzeichnet.

Die offizielle Veröffentlichung des Angebots ist für September geplant. Mitte Oktober soll die Einigung dann abgewickelt werden. Dafür müssen zwei Drittel aller Gläubiger dem Deal zustimmen.

Das österreichische Bundesland Kärnten hatte den Expansionskurs der Hypo Alpe Adria mit landesbehafteten Anleihen in Höhe von elf Milliarden Euro unterstützt. Die Gläubiger forderten ihr Geld zurück, womit das Land selber in die Pleite zu schlittern drohte.

Ein erstes Rückkaufangebot des Landes in Höhe von 75 Prozent der Gelder hatten die Gläubiger im März abgelehnt. Das jetzige zweite Rückkaufangebot sieht vor, dass der Kärntner Ausgleichszahlungs-Fonds (KAF) die Papiere um 75 Prozent des Nominalwerts erwirbt und eine vom Bund gesicherte unverzinste Anleihe mit 13,5 Jahren Laufzeit anbietet.

Das Geld für die Gläubiger soll zum Teil durch die Abwicklung der Hypo-Abbaugesellschaft namens Heta kommen. Den Rest müssen das Bundesland Kärnten und der Bund stemmen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Roboter von Kuka stehen in den Fabriken vieler Autobauer. Doch auch in anderen Bereichen ist der Maschinenbauer Spitze. Seit längerem gelten die Augsburger als begehrtes Übernahmeziel. Nun macht ein chinesischer Konzern ernst.

19.05.2016

Jan Böhmermanns Anwalt hält die einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg für „eklatant falsch“. Dem Gericht seien schwere handwerkliche Fehler unterlaufen. Er will Erdogan nun eine Frist setzen lassen - und den türkischen Präsidenten unter Druck.

19.05.2016

Die Lage an den Internationalen Wertpapierbörsen am 18.05.2016 um 15:15 Uhr * Vortagesstand Quelle: Reuters/oraise ...

18.05.2016
Anzeige