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Günstiges Öl drückt Inflation in Deutschland auf Null

Wiesbaden Günstiges Öl drückt Inflation in Deutschland auf Null

Der kräftige Rückgang der Ölpreise entlastet die Verbraucher in Deutschland. Die Inflationsrate sinkt auf den Nullpunkt, vor allem Heizöl und Kraftstoffe sind deutlich billiger als vor einem Jahr.

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Seit Monaten dämpfen unter anderem niedrige Energiepreise den Preisauftrieb.

Quelle: dpa

Wiesbaden. Der erneute Absturz der Energiepreise hat die Inflation in Deutschland im Februar wieder auf Null gedrückt.

Noch im Januar hatte die Teuerungsrate auf niedrigem Niveau leicht angezogen, nun stagnieren die Verbraucherpreise nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes auf dem Niveau des Vorjahres. Das entlastet Verbraucher beim Tanken und Heizen - doch Währungshüter sehen das niedrige Preisniveau mit Sorge. Von Januar auf Februar 2016 stiegen die Verbraucherpreise nach Angaben der Wiesbadener Behörde vom Freitag um 0,4 Prozent. Details gibt es am 11. März.

Im Januar hatte die jährliche Teuerungsrate bei 0,5 Prozent gelegen, im Dezember bei 0,3 Prozent. Auf Jahressicht stagnierende Preise für Waren und Dienstleistungen hatte es in Deutschland zuletzt im September vergangenen Jahres gegeben.

Seit Monaten dämpfen niedrige Energiepreise den Preisauftrieb, in den vergangenen Wochen verstärkte sich dieser Effekt wieder deutlich. Die Preise für Kraftstoffe und Haushaltsenergie lagen nach vorläufigen Zahlen im Februar um 8,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im Januar war die Differenz mit 5,8 Prozent deutlich geringer.

Für Verbraucher ist das ein kleines Konjunkturprogramm: Sie haben mehr Geld für den Konsum übrig, was die wichtige Binnenkonjunktur anschieben kann. Zudem schwächte sich der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln weiter ab: Von 1,4 Prozent im Dezember und 0,9 Prozent im Januar auf 0,8 Prozent im Februar.

Währungshütern beobachten die Entwicklung mit Sorge. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den Euroraum mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten die Konjunktur abwürgen, weil Verbraucher und Unternehmen in Erwartung weiter sinkender Preise Anschaffungen aufschieben.

Mit extrem niedrigen Zinsen und einer Flut billigen Geldes versucht die EZB gegenzusteuern. Doch weil das bisher nicht im gewünschten Maß wirkt, weckte EZB-Präsident Mario Draghi Hoffnungen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik bei der nächsten EZB-Sitzung im März.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnt vor Risiken. Er halte zwar gerade in der ersten Jahreshälfte „vorübergehend auch wieder Inflationsraten unter Null“ für denkbar, hatte Weidmann in dieser Woche gesagt. Hauptgrund für die niedrige Teuerung bleibe aber niedrige Ölpreis. Weidmann betonte: „Es besteht überhaupt kein Anlass zur Schwarzmalerei. Alles in allem sind die wirtschaftlichen Aussichten des Euroraums weiter nach oben gerichtet.“


Statistisches Bundesamt zu Inflation
Statistisches Bundesamt zur Berechnung des Verbrauchpreisindex
Preis-Kaleidoskop Bundesamt
Bundesamt-Video zur Berechnung der Verbraucherpreise
EZB-Lernspiel zu Inflation und Deflation
Bundesamt zu Inflation 02/2015 vorläufig

dpa

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