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Hafen Hamburg fällt auf Platz drei in Europa zurück

Hamburg Hafen Hamburg fällt auf Platz drei in Europa zurück

Was sich schon abgezeichnet hat, ist nun Gewissheit. Der Hamburger Hafen ist im Containerumschlag hinter Rotterdam und Antwerpen auf den dritten Platz in Europa zurückgefallen. Schuld sind Probleme in China und Russland - und Besserung ist nicht in Sicht.

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Container werden in Hamburg im Hafen abgefertigt.

Quelle: Axel Heimken/archiv

Hamburg. Chinas schwächelnder Außenhandel und Russlands Wirtschaftsprobleme haben Hamburgs Containerhafen auf Platz drei in Europa abrutschen lassen. Durch ein deutliches Minus von 9,3 Prozent beim Containerumschlag fiel die Hansestadt im Ranking hinter Rotterdam und Antwerpen zurück.

2015 seien 8,8 Millionen Standardcontainer (TEU) umgeschlagen worden - nach 9,7 Millionen im Vorjahr, sagte der Vorstand von Hafen Hamburg Marketing (HHM), Axel Mattern. Ein leichtes Plus von 5,8 Prozent verzeichnete der Hafen zwar beim Massengutumschlag. Dieses reichte jedoch nicht aus, um die Gesamtbilanz des Hafens auszugleichen. Insgesamt sank der Seegüterumschlag um 5,4 Prozent auf 137,8 Millionen Tonnen.

Beim Containerumschlag liege Hamburg nun wieder auf dem Niveau von 2012 beziehungsweise 2006, sagte Mattern. Grund sei, dass die Kernmärkte in Nordostasien mit China und Hongkong sowie im Ostseeraum mit Russland und Polen um 13,8 beziehungsweise 22,6 Prozent eingebrochen seien.

Allein im China-Verkehr fehlten rund 430 000 Standardcontainer, im Russlandverkehr seien es 230 000 Boxen gewesen. Zuwächse etwa in Indien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Malaysia um 3,2 Prozent, in Europa um 12 Prozent oder in Lateinamerika mit Mexiko und Kolumbien um 19 Prozent konnten dies nicht ausgleichen.

Die Gesamtverkehre über die Häfen Rotterdam, Antwerpen, Hamburg, Bremen, Le Havre, Zeebrügge und Wilhelmshaven würden auch in Zukunft stagnieren oder gar rückläufig sein, meinte Mattern. „Für 2016 als Ausblick kann man sagen: Die Gesamtzahl der zu bewegenden Container wird nicht steigen.“ Entsprechend gehe es um die Verteilung der Güter unter den großen Häfen, deren großer Gewinner im vergangenen Jahr Antwerpen mit einem Plus von 7,5 Prozent auf 9,7 Millionen Container war. Rotterdam verlor den Angaben zufolge zwar 0,5 Prozent, blieb mit 12,2 Millionen TEU aber die klare Nummer eins in Europa.

Anders als im Containerumschlag und beim konventionellen Stückgut, das ein Minus von 14,1 Prozent verzeichnete, legte der Hamburger Hafen bei Massengütern, also dem Umschlag etwa von Getreide, Kohle oder Öl im vergangenen Jahr im Vergleich zu Vorjahr um 5,8 Prozent zu. Insgesamt seien 45,5 Millionen Tonnen bewegt worden.

Der Hamburger Hafen beschäftigt direkt und indirekt rund 153 000 Arbeitnehmer und gilt in den Nachbarländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen als deren größter beziehungsweise zweitgrößter Arbeitgeber. Die Bruttowertschöpfung bezifferten die Hafenexperten auf rund 20,5 Milliarden Euro.

Besonders wichtig für den Erfolg des Hamburger Hafens ist nach Einschätzung von HHM-Vorstand Ingo Egloff die Hinterlandanbindung. Erstmals seien mehr Tonnen mit der Bahn als mit dem Lkw transportiert worden. Insgesamt hätten inzwischen zwölf Prozent des gesamten Bahn-Gütertransports in Deutschland ihren Start- oder Zielpunkt in Hamburg. Auch bei den Binnenschiffen habe es beim Containertransport Zuwächse von 27,5 Prozent auf 130 000 TEU gegeben. Die Tonnage sei um 13,8 Prozent gestiegen. „Damit sind wir erstmalig der zweitgrößte Binnenhafen Deutschlands. Wir haben Köln überholt“, sagte Egloff. Nur Duisburg sei noch größer.

dpa

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