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Höhenflug für Hochtief-Aktie

Bau Höhenflug für Hochtief-Aktie

Kurz vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung über die künftige Führung des größten deutschen Baukonzerns Hochtief ist die Aktie am Montag zu einem Höhenflug gestartet.

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Auf Druck von ACS steht Hochtief vor einem radikalen Führungswechsel. Der spanische Baukonzern hat 2011 die Mehrheit an dem deutschen Baukonzern Hochtief übernommen.

Quelle: Rolf Vennenbernd

Essen. Kurz vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung über die künftige Führung des größten deutschen Baukonzerns Hochtief ist die Aktie am Montag zu einem Höhenflug gestartet. Das Papier legte an der Börse um knapp fünf Prozent zu.

Hintergrund seien Spekulationen über eine komplette Übernahme von Hochtief durch den spanischen Großaktionär ACS, sagte Commerzbank-Analyst Norbert Kretlow. Auf Druck von ACS steht Hochtief vor einem radikalen Führungswechsel. Unter anderem soll Vorstandschef Frank Stieler, der noch nicht einmal anderthalb Jahre im Amt ist, aus dem Vorstand ausscheiden, wie am Wochenende bekannt wurde. Als Nachfolger steht das spanische Vorstandsmitglied Marcelino Fernandez Verdes bereit. Der Hochtief-Aufsichtsrat will darüber am Dienstag entscheiden.

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler, machte wirtschaftliche Zwänge des hoch verschuldeten Großaktionärs für den angekündigten Führungswechsel verantwortlich. Damit zeige ACS nun „sein wahres Gesicht“, sagte Tüngler den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Montagausgaben). „Wir haben schon immer befürchtet, dass das passieren könnte.“

Der DSW-Hauptgeschäftsführer warnte davor, eine Strategie über die Köpfe der freien Aktionäre hinweg zu führen. Analyst Marc Nettelbeck von der DZ Bank verwies auf eine anhaltende Unsicherheit über die künftige Strategie des vorgeschlagenen neuen Hochtief-Chefs. Eine Zerschlagung des Baukonzerns sei allerdings schwierig, da sie vermutlich Vereinbarungen brechen würde. Diese habe Hochtief Ende 2010 mit circa 160 Banken geschlossen. Da ihre Verletzung eine Neuverhandlung der gesamten Konzernfinanzierung nach sich ziehen würde, stellten sie sei eine starke Schutzmaßnahme dar.

Vor der geplanten Sitzung berieten am Montag die Vertreter der Arbeitnehmer das weitere Vorgehen. In dem Hochtief-Kontrollgremium stehen sich jeweils acht Vertreter der Kapitalseite und der Arbeitnehmerseite gegenüber. Kommt es in einer Abstimmung zu einer Pattsituation, kann der Aufsichtsratsvorsitzende mit einer zweiten Stimme eine Entscheidung herbeiführen.

Hochtief-Aufsichtsratschef Manfred Wennemer hatte am Wochenende zuvor angekündigt, sein Mandat zum Jahresende „aus persönlichen Gründen“ niederzulegen. Der frühere Conti-Chef führt das Kontrollgremium bei Hochtief erst seit Mai 2011.

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