Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Rest der Welt IWF warnt vor Folgen der Brexits für Großbritannien
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Rest der Welt IWF warnt vor Folgen der Brexits für Großbritannien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:02 20.12.2017
Mit ihrer Skepsis über den geplanten Austritt sieht sich IWF-Chefin Lagarde bestätigt. Quelle: Stefan Rousseau
Anzeige
Washington/London

Die Verhandlungen über den Austritt aus der Europäischen Union sind nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) das größte Risiko für die Wirtschaft Großbritanniens.

Falls es bei den Gesprächen schneller als erwartet zu Fortschritten komme, könne dies das Vertrauen stärken, schreibt der IWF in seinem am Mittwoch veröffentlichten Länderbericht zu Großbritannien. Ein Scheitern der Gespräche hingegen könnte zu einem ungeordneten Austritt aus der EU und einem Einbruch an den Finanzmärkten führen.

Das Wirtschaftswachstum habe sich bereits im laufenden Jahr trotz der starken Weltkonjunktur abgeschwächt, schreibt der Währungsfonds. Das Brexit-Votum habe den privaten Konsum belastet. Im neuen Jahr dürfte das Wirtschaftswachstum wie 2017 bei rund eineinhalb Prozent liegen.

Einerseits sollte die robuste Weltwirtschaft die Exporte stützen. Andererseits dürften Unternehmen Investitionen aufschieben, bis es mehr Klarheit über das künftige Handelsverhältnis mit der EU gebe. Die Projektionen gehen davon aus, dass es zu weiteren Fortschritten bei den Brexit-Verhandlungen kommt.

Die hohe Inflation von 3,1 Prozent im November werde schrittweise etwas zurückgehen, aber weiter deutlich über dem Zielwert der britischen Notenbank von zwei Prozent bleiben, erwartet der IWF.

Der Druck auf die Löhne nach Abzug der Teuerungsrate und den privaten Konsum sollte also anhalten. Das seit der Brexit-Entscheidung vom 23. Juni 2016 deutlich schwächere britische Pfund hat über steigende Einfuhrpreise zu einer höheren Inflation geführt.

IWF-Chefin Christine Lagarde verteidigte in London die Warnungen des Währungsfonds aus dem Jahr 2016 vor den Folgen des Brexits. Die Abschwächung der britischen Wirtschaft im vergangenen Jahr habe dem IWF recht gegeben.

Es sei wie prognostiziert zu einer Abwertung des Pfunds, einem Anstieg der Inflation, fallenden Reallöhnen und einer Abschwächung des Wachstums gekommen. Austrittsbefürworter hatten den IWF vor dem Brexit für seine skeptischen Prognosen kritisiert. Großbritannien will die EU im Frühjahr 2019 verlassen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wem ein Taxi zu teuer und die Bahn zu unflexibel ist, der hat künftig in Berlin eine weitere Möglichkeit. Das Pilotprojekt soll außerdem ein bisschen Platz auf den Straßen schaffen.

20.12.2017

Bei der Stromerzeugung in Deutschland ist der Anteil erneuerbarer Energien in diesem Jahr stark gestiegen.

20.12.2017

Die griechische Regierung will neue Spielkasino-Konzessionen auf drei Ägäis-Inseln vergeben. Davon verspricht sich der Finanzminister zusätzliche Einnahmen. Doch die Bevölkerung der betroffenen Inseln ist nicht begeistert.

20.12.2017
Anzeige